Doku über Reparatur und Aufbereitung

Wenn man die Preise einer UM4 oder UM35 beobachtet, kann einem ganz schnell schwindelig werden! Was liegt da näher, sich Gedanken über einen preiswerten Magischen-Auge-Ersatz zu machen? Die russische Röhre 6E5S (6E5C) wird dagegen relativ preiswert gehandelt. Es gibt eine Möglichkeit, diese in einem „Allströmer“ zu verwenden, wenn sie mit einer eigenen Heizspannung versorgt wird und der Heizkreis im Radio durch die fehlende UM4 oder UM35 angepasst wird.

Grundsätzliches:

Die UM4 ähnelt der UM35. Beides sind „Allstromröhren“, haben jeweils einen Oktalsockel und auch die gleiche Anschlußbelegung.

Somit ist diese Anleitung auch für den Ersatz der UM35 verwendbar.

Die russische Ersatzröhre ist eine Wechselstromröhre, die ebenfalls einen Oktalsockel, jedoch völlig andere Heizdaten und Anschlußbelegungen hat.

Allstromröhren, deren Heizfäden in einem Gerät mit den Heizfäden aller anderen Röhre in Reihe geschaltet sind, haben ihre Konstante für die Heizleistung in ihrem Betriebsstrom (bei U-Röhren sind das 100mA). Die jeweiligen sich daraus ergebenden Betriebsspannungen sind individueller Natur.

Wechselstromröhren, deren Heizfäden in einem Gerät mit den Heizfäden aller anderen Röhren parallel geschaltet sind, haben ihre Konstante in ihrer Betriebsspannung. Die sich jeweils daraus ergebenden Betriebsströme sind individueller Natur.

Man erkennt also sehr deutlich das entgegengesetzte Verhalten, auf das man sich bei der Verwendung von Röhren des jeweiligen Typs im ursprünglich vorgesehenen bzw. eigenen Verbund einstellen muß.

Heizdaten:

UM4 (UM35): 100mA bei ca. 12,6V
6E5C (6E5S):  6,3V bei ca. 300mA

Umbauerfordernisse:

Bei der Umrüstung von einer Allstromröhre auf eine Wechselstromröhre muß naturgemäß zunächst dafür gesorgt werden, daß der nun durch die Entnahme der Bestückungsröhre im Allstromheizkreis entfallende (Heiz-)Widerstand künstlich ersetzt wird.

Bei der UM4 bzw. der UM35 ergibt sich aus den Parametern laut Datenblatt und der Anwendung des Ohmschen Gesetzes folgendes: R = U : I = (12,6V/100mA =) 12,6V : 0,1A = 126 Ohm .

Die Belastbarkeit (Watt) dieses Ersatzwiderstandes wird ebenso nach einschlägigen Gesetzen ermittelt: P = U x I = 12,6V x 0,1A = 1,26Watt

Also benötigen wir einen Widerstand 126Ohm / 1,26Watt, um den Heizkreis zu schließen.

Praktische Umsetzung (Beispiel):

 

UM4 - Ersatz - 6E5S

Platinenbestückung

Auf dieser Platine befinden sich zwei Festwiderstände von ca. 47 Ohm, die in Reihe mit einem Drahtpoti von ca. 60 Ohm geschaltet sind. Daraus ergibt sich insgesamt ein variabler Widerstand von (theoretisch) 94 bis 154 Ohm, bei einer Belastbarkeit von mehr als 3 Watt. Damit treffen wir auf jeden Fall den erforderlichen Wert der errechneten 126 Ohm bei 100 mA, wobei die Charakteristik der gesamten Schaltung berücksichtigt werden muß.

UM4 - Ersatz - 6E5S

Skizze der Schaltung

Nach dem Einbau der Platine und deren Anschluß kann über die beiden auf der Platine platzierten Meßpunkte, die in der endgültigen Betriebssituation durch die beigefügte flexible Drahtbrücke geschlossen werden, der tatsächliche Heizstrom gemessen und einjustiert werden. Bei Über- bzw. Unterschreitung des Heizstromes kann dieser durch vorsichtiges und vor allem langsames Drehen am Drahtpoti sauber angepasst werden.

UM4 - Ersatz - 6E5S

Platine

Für die Beheizung der Ersatzröhre 6E5C habe ich einen Trafo aus dem „Fundus“ verwendet. Die sekundäre Leerlaufspannung betrug bei der derzeit vorhandenen Netzspannung von 226V etwa 7 Volt. Die erforderliche Heizspannung habe ich experimentell (ich habe keine Daten von diesem Trafo) authentisch unter Belastung mit einer ausgedienten 6E5C als Lastwiderstand per Vorwiderstand eingestellt. Der in Frage kommende Vorwiderstand beträgt in diesem Falle 3 Ohm, den ich aufgeteilt habe in 2 x 1,5 Ohm (meßtechnisch ermittelt).

 

Anschlußbelegung der Platine:

UM4 - Ersatz - 6E5SDie Platine hat insgesamt 8 Anschlußstifte:

  • Stifte 1 und 2: Netzspannung 220 – 230 Volt
  • Stifte 3 und 4: Heizspannung 6,3 Volt für die 6E5C
  • Stifte 5 und 6: Ersatzwiderstand für Heizfaden der UM4 (einstellbar)
  • Stifte 7 und 8: Meßpunkte zur Ermittlung des Heizkreis-Stromes (100 mA) mit Brücke

Stückliste:

  • R1 und R2 = jeweils 1,5 Ohm / 250 mW
  • R3 und R4 = jeweils 47 Ohm / 2 Watt
  • R5 = Drahtpoti 60 Ohm / 2 Watt

Umverdrahtung der Originalfassung UM4 oder UM35 auf 6E5C:

Fassung UM4 6E5S

Belegung der Fassungen

Wichtiger Hinweis: Bei der 6E5C sind die Pin 1 und 4 NICHT belegt, meistens fehlen sogar die Sockelstifte! Hier können also bedenkenlos die Anschlüsse der Fassung als Stützpunkte genutzt werden.

Pin 1 (Heizung) ablöten -> an Ersatzwiderstand
Pin 2 (Heizung) ablöten -> an Ersatzwiderstand

Pin 7 (Kathode) ablöten und auf Pin 8 anlöten.

Pin 3 (a 2 / steg 2) ablöten und auf Pin 1 oder Pin 4 anlöten (parken, wird nicht benötigt!).

Pin 6 (a 1 / steg 1) ablöten und auf Pin 3 anlöten.

Pin 4 (I = Leuchtschirm) ablöten und auf Pin 6 anlöten.

Pin 5 (Steuergitter) verbleibt

Pin 2 (Heizung) -> an Heiztrafo 6,3 Volt / 300 mA

Pin 7 (Heizung) -> an Heiztrafo 6,3 Volt / 300 mA

Die Platine im Minerva 561

Die Platine im Minerva 561

Eine Antwort auf Umrüstung von UM4 (UM35) auf die 6E5S (6E5C)

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