Die EL84 Endstufenröhre

Die EL84 ist eine Endstufenröhre mit Novalsockel, die sehr häufig in Radios aus den 50er Jahren und auch heute noch in aktuellen Geräten, z.B. Gitarrenverstärkern, als NF-Endpentode anzutreffen ist. Es gibt sogar nagelneue Ersatzröhren aus russischer Produktion, die die Bezeichnung 6P14P tragen.

EL84
hier ein EL84-Paar

Sieht man von unten auf den Sockel/Röhre, findet man eine Aussparung bzw. die Unterbrechung der Pinkette. Von da an zählt man im Uhrzeigersinn die Pins, die folgende Belegung haben:

1. iV.: innere Verwendung, keine Funktion

2. g1: Gitter 1 (Steuergitter, keine Spannung)

3. k + g3: Kathode und Gitter 3 (Bremsgitter, ca. +5 Volt)

4. f: Heizung (+6,3 Volt~)

5. f: Heizung (+6,3 Volt~)

6. i.V.: innere Verwendung, keine Funktion

7. a: Anode (ca 250 Volt =)

8. i.V.: innere Verwendung, keine Funktion

9. g2: Gitter 2 (Schirmgitter, ca. 250 Volt)

EL84

EL84
Pin 1 und dann im Uhrzeigersinn weiter

Des weiteren ist zu beachten, dass am Röhrenboden/Sockel der EL84 um die 120°C herrschen und daher für gute Belüftung zu sorgen ist. Empfehlenswert sind daher keramische Sockel zu verwenden. Kein Wunder, dass bei den meisten 50er-Jahre-Radios die Sockel der EL84 sehr angekokelt aussehen, wenn nur Pertinax-Sockel verwendet wurden.
Als Kaufempfehlung für EL84 und dem qualitativ sehr guten russischen Ersatz kann ich aus eigenen Erfahrungen den Shop von Volker Friedrich sehr empfehlen.

9 Gedanken zu „Die EL84 Endstufenröhre“

  1. Hallo liebe Röhrenliebhaber,

    das ist rundum eine gute Empfehlung. Allerdings sollte es nicht bedeuten, sofort alle Pertinax-Fassungen auszutauschen.
    Das kann nämlich ganz schön aufwändig sein.
    Es sieht ja nunmal auch so aus, daß der Sammler seine Radios nicht alle von morgens bis abends „heizt“.
    Sobald die Röhrenfassung noch nicht „zerbröselt“, sollte man sie da lassen, wo sie schon seit 50 Jahren ist.
    Jedoch muß ich auf eventuelle „Übergangswiderstände“ aufmerksam machen, die durch tatsächliche „Verkohlung“ der Röhrenfassungen entstanden sein könnten.
    In solch einem Fall ist natürlich der Austausch der Röhrenfassung ZWINGEND !

    Viel Spaß beim Radio-Basteln !

    1. Hallo Oliver Setny,

      was erwarten Sie von dem Verstärker? Soll es erst mal ein Experimentieraufbau sein oder haben Sie höhere Ansprüche daran ? Soll es gleich ein „wohnzimmertaugliches“ Gerät sein ?

      Sie schreiben, überfordert zu sein. Was genau überfordert Sie denn ?

      Ich bin gerne bereit, zu helfen.

      Viele Grüße, Diogenes

  2. Zum Thema „EL84“:
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    Einen nahezu idealen Ersatz für die EL84 stellt die russische Leistungspenthode „6P14P“ dar. Bei dieser Röhre handelt es sich eigentlich sogar um eine Weiterentwicklung der europäischen EL84 insofern, als sie ggüb. dieser, die eine Anodenverlustleistung von 12 Watt aufbringt, mit etwa 14 Watt zu Buche schlagen soll. Alle anderen Daten einschl. der Umgebungsschaltung sind gleich, ebenso die Anschlußbelegung. Sie läßt sich also 1:1 ohne irgendwelche Änderungen austauschen.
    Allerdings sollte man beim Kauf der „Russin“ darauf achten, daß sie für behördliche bzw. militärische oder wissenschaftliche Zwecke hergestellt wurde; das läßt sich an zusätzlichen Buchstabenkombinationen hinter der eigentlichen Röhrenbezeichnung erkennen wie zB. „6P14P-EN“ , -EV , -K, etc.
    Diese Röhren sind selektiert und haben eine deutlich längere Lebensdauer, wohingegen die einfache „6P14P“ schlichte Massenware ist, unter der sich auch sehr kurzlebige bzw. schlechte Exemplare befinden können, was man ihnen nicht ansehen kann.

    Es gibt aber noch eine weitere Alternative: Die ebenfalls aus russischer Fertigung stammende „6P15P-EV“, von der ich im nächsten Beitrag berichten werde.

    Und nun viel Spaß beim restaurieren…….

  3. Zum Thema „EL84“, Teil 2:
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    Wie angekündigt, komme ich auf eine seeehr preiswerte Alternative zur „EL84“ zu sprechen, der russischen „6P15P“.

    Die „6P15P“ ist eigentlich eine russische Video-Endröhre für Fernsehgeräte gewesen, sie hat aber sehr ähnliche Daten und Anschlußbelegungen wie die „6P14P“. Sie leistet -wie die EL84- 12 Watt Anodenverlustleistung.

    Allerdings läßt sie sich nicht einfach 1:1 gg. die EL84 austauschen, es muß ein Eingriff vorgenommen werden, der sich aber wirklich sehr überschaubar hält und schon fast von blutigen Laien durchgeführt werden kann, und zwar handelt es sich in erster Linie um Folgendes:

    Sowohl bei der „EL84“ als auch der „6P14P sind die Elektroden KATHODE (k,) und BREMSGITTER (g3) innerhalb des Röhrenkolbens zusammengeschaltet und stehen GEMEINSAM an Pin 3 zu Verfügung, von wo aus der die Gittervorspannung bestimmende Kathodenwiderstand (zw. 270 u. 120ohm, je nach der übrigen Schaltung) an Masse gelegt wird.

    Bei der „6P15P“ jedoch handelt es sich um eine „echte“ Penthode; Kathode u. Bremsgitter sind getrennt herausgeführt: Kathode an Pin 3, Bremsgitter an Pin 1 .
    Alle anderen Pins sind identisch mit „EL84“ bzw. „6P14P“.

    Um nun diese Röhre als Ersatz zu verwenden, muß lediglich der Pin 1 mit dem Pin 3 der Originalfassung gebrückt werden und das Radio funktioniert.

    Jedoch sollte man, wenn man es „richtig“ machen will, noch den KATHODENWIDERSTAND ändern, indem man dem im Gerät originalverbauten Widerstand einfach einen zweiten Widerstand mit gleichem Wert parallelschaltet; allerdings ist darauf zu achten, das der GESAMTWERT 75 ohm nicht unterschreitet ! In einem solchen Falle etwas experimentieren (für Fortgeschrittene). Das ist nicht aufwändig, zumal man ja ohnehin an Pin 1+3 wegen der Brücke heran muß. Man lötet diesen zusätzlichen Widerstand einfach zw. einem der inzwischen gebrückten Pins 1 oder 3 und Masse an- fertig.

    Auch beim Kauf dieser Röhre darauf achten, daß sie für behördliche/militärische Zwecke hergestellt wurde („6P15P-EV“ o.ä., ca. 5.000 Betriebsstunden!!!)

    Bei der Verwendung dieser Röhre in GEGENTAKT-Endstufen bin ich jedoch noch vorsichtig; hier könnte es Probleme mit dem Kathodenwiderstand geben, da in vielen dieser Endstufen für beide Endröhren ein gemeinsamer Widerstand verwendet wurde. Das käme also noch auf Versuche an, die ich noch nicht gemacht habe.

    Und nun das schönste an der ganzen Geschichte: Man bekommt diese Röhren schon jeweils im Centbereich bis 1 od. 2 Euro (wenn man Sätze von 10 od. 20St. kauft). Das kann sich ja wohl sehen lassen, oder ???

    ACHTUNG: Bei späterer Wiederverwendung einer „EL84“ bzw. „6P14P“ Brücke unbedingt wieder auftrennen und zusätzlichen Widerstand entfernen !
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    Und nun noch eine „Legende“:

    Es gibt Leute, die diese Umrüstung bei HiFi-Verstärkern und Verstärkern für „Aktive Musik“ (Gitarre, Orgel, Synthesizer, Bass etc.) durchgeführt haben und berichten, daß die „6P15P“ eine angebl. deutlich hörbar bessere Basswiedergabe und sanftere Mittendarstellung gewährleisten würde. Naja, das muß man für sich selbst entscheiden; ich habe da bisher nicht drauf geachtet bzw. es ist mir nicht aufgefallen…

    Im Augenblick befasse ich mich noch mit einer möglichen Alternative für die schwachbrüstigen „EL95“ und „ELL80“ (letztere inzwischen fast unbezahlbar), bin aber noch nicht ganz damit fertig. Es wird mit ebenfalls geringen Änderungen wahrscheinlich möglich sein, die „EL95“ durch „6BM5“ (vielleicht auch EL90 bzw. 6AQ5) und die „ELL80“ durch die -man staune- „QQE03/12“, eine Senderöhre mit Topwerten, zu ersetzen. Alle dieser „Alternativröhren“ glänzen durch erheblich längere Lebensdauer und (noch) billige Preise.

    So, genug getippt, muß noch was löten.

    Mit glühenden Heizfäden in die Zukunft…….

  4. Hallo!
    Ich bin verzweifelt. Bin seit Tagen am restaurieren eines Tefifon T573. Alles bisher gut gelaufen, Kondensatoren, Röhren alles ok. ABER:

    Als das Tefifon geliefert wurde war eine EL84 drinnen die auch noch funktioniert. Da ich aber alles neu machen will kaufte ich einen kompletten neuen Röhrensatz für alle Röhren. Ich tauschte alle Röhren aus, bis auf die EL84. Läuft sehr gut.
    Dann wollte ich die die letzte Röhre auch austauschen, EL84 und …. kein Radio geht und kein Tefi. Alle Röhren glühen zwar aber es komt kein Ton. Alte EL84 wieder rein und alles läuft perfekt. Zunächst dachte ich dass die neue EL84 vielleicht defekt ist und ich betsellte zwei weitere EL84 von anderen Herstellern. Gleiches Phänomen, kein Ton aus dem Radio und Tefi.
    Wie kann das sein? Wie kann eine EL84 problemlos laufen und alle neuen EL84 tun nichts ? Die neuen Röhren wurden geprüft, alles OK aber sie gehen nicht im T573!!
    Ich werde wahnsinnig. Der Sockel im Tefifon sieht klasse aus, alles top.
    Wie kann das sein?

    Bitte dringend um Hilfe !!!

    Alex

    1. Hallo Alexander,
      .
      das von Ihnen beschriebene Phänomen ist in der Tat rätselhaft. Wie ich Ihrem Bericht entnehmen kann, haben Sie also inzwischen DREI neue EL84 probiert, ohne Erfolg. Dazu frage ich Sie nun, ob diese neuen EL84 auch eindeutig aus DEUTSCHER Fertigung stammen, wirklich NEU und von welchem Hersteller diese sind. Oder handelt es sich um ausländische Produkte, wie etwa russischer Herkunft? Es gab nämlich hier und da Abweichungen in der Anschlußbelegung; sowohl national als auch international.
      .
      Wenn wir das geklärt haben, können wir weitere Überlegungen angehen.
      .
      Gerne sind wir bereit, Sie weiter bei dieser Problematik zu unterstützen.
      .
      Nötigenfalls können wir auch telefonieren, was allerdings nur über den Kontakt mit Tilo (dem Betreiber dieser kleinen Seite) möglich ist.
      .
      Aber bitte antworten Sie mir zunächst auf die Herkunftsfragen betr. der EL84, damit ich mir schonmal ein Bild machen kann.
      .
      Mit besten Grüßen aus der Röhrenschmiede,
      .
      Diogenes

  5. Hallo hier sind die Quereinsteiger Iris und Marc,
    wir können Hilfe gebrauchen.
    Wie haben uns eine Graetz Melodia 619 zugelegt.
    Beim Einschalten ist der Klang des Radios gut und klar, aber nach ca. 20-30 Minuten wird der Klang immer dumpfer. Auch das Verstellen des Klangreglers für Höhen und Tiefen hat keinerlei Auswirkung, was aber am Anfang funktioniert.
    Kann es an der EL84 liegen?
    Verbaut sind noch folgende Röhren: ECC85, EHC81, EF89, EABC80, EM34

    Wir würden uns sehr über eine Rückmeldung freuen.

    Iris und Marc

    1. Guten Tag Iris & Marc,
      .
      Sie haben eins der schönsten Geräte der 50erJahre erworben; Kompliment!
      .
      Aber ich gehe nicht von einer schadhaften Endröhre aus, für diesen Fehler verantwortlich zu sein.
      .
      An Ihrer Stelle würde ich das Gerät sofort außer Betrieb setzen. Sie gefährden den Netztrafo, Gleichrichter (u. weitere Bauteile.)
      .
      Außerdem besteht Brandgefahr. Zudem kann es zu Explosionen der Elektrolytkondensatoren (Lade- u. Sieb-Elkos) kommen. Kein Witz!
      .
      Gleich welches Radio aus den 20er…60er Jahren: Solche Geräte benötigen eine SANIERUNG, die -abgesehen von mechanischen Problemen- in der Hauptsache die KONDENSATOREN betrifft.
      .
      Das sollte von einer qualifizierten Person durchgeführt werden, einmal, weil Sie mit HOCHSPANNUNG konfrontiert werden; zum anderen, weil der technische Ablauf dabei nicht „…mal eben so…“ realisiert werden kann.
      .
      Während einer Sanierung werden mit absoluter Sicherheit noch weitere, versteckte Fehler und Mängel zu Tage treten, die ebenso fachlich behandelt werden müssen.
      .
      Hinzu kommt ein nicht unerheblicher Aufwand an einzusetzenden Meßgeräten u. deren zielsicheren Anwendung.
      .
      Erschwert ist auch inzwischen die Bauteile- u. Hilfsmittelbeschaffung für solche Operationen.
      .
      Techniker, die das noch können, sind rar gesät. Und Bastler -ohne wenigsten grundlegende physikalische u. elektronische Kenntnisse- haben kaum eine zielführende Chance.
      .
      Elektriker, Fernmeldetechniker, Modellbauer etc. etc. kommen sämtlichst nicht in Frage.
      .
      Meine Empfehlung ist: Suchen Sie nach einem erfahrenen Radio- & Fernsehtechniker, das ist Ihre einzige Chance.
      .
      Viel Glück mit Ihrem sehr schönen Gerät,
      .
      mit besten Grüßen
      Diogenes.
      PS.: Fragen Sie doch mal den Betreiber dieser Seite – Herr Tilo Graupner.

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