Doku über Reparatur und Aufbereitung

Nicht immer lassen sich durch Kapazitätsmessungen Rückschlüsse über den Zustand eines Netz- bzw. Siebelkos ziehen. Da diese Elkos auch nicht gerade preiswert sind, ist der sparsame Bastler dazu geneigt, vorhandene originale Elektrolytkondensatoren eventuell wiederzubeleben. Durch lange Nichtbenutzung des Radio- oder Fernsehgerätes verändern sich die elektrischen Eigenschaften dieses Bauteils, die Sperrschicht kann sich zurückbilden und ein Kurzschluss ist vorprogrammiert.

Elko-Rejuvinator

Elko-Rejuvinator

Elko-Rejuvinator

Elko-Rejuvinator

Elko-Rejuvinator

Spannungen

Elko-Rejuvinator

Timer

 

Der liebe Diogenes, ein treuer Bastel-Radio-Freund, hat sich hierzu seine Gedanken über das bekannte einfache Formierverfahren gemacht, um ein noch effektiveres und schonenderes Verfahren zu entwickeln, alte Elkos wieder zu erwecken und in ihrer Funktion zu „verjüngen“ (engl.: rejuvenate). Er hat den Elko-Rejuvinator entwickelt.
Die Laderöhre (hier die PY800) versorgt nur den HV-Sektor. Hier wird der Heizfaden mit genutzt, um die Ladespannung sehr langsam ansteigen zu lassen. Im Zusammenhang mit dem Timer wird dieser Prozess noch extrem verzögert, um alte HV-Elkos so schonend wie möglich zu regenerieren. Dadurch wird eine Art „Pumpwirkung“ erzeugt. Die Röhre wirkt NICHT auf die NV-Strecke; hier ist eine Siliziumdiode verwendet worden. Es entfällt lediglich die Trägheit des Heizfadens der Röhre, alle anderen Formier-Eigenschaften sind gleich.

Elko-Rejuvinator

Bedienungsempfehlung:

  1. REJUVINATOR  vorbereiten:
    Netzschalter (2) nach UNTEN (Aus), Timer (9) in Stellung NULL bringen,  die beiden Drehschalter  (10 & 11) an LINKSANSCHLAG,
    die beiden Kippschalter (Lade/Entladeschalter  12 & 13) nach LINKS.
  2. STELLTRAFO  (Falls vorhanden) :
    Auf 220Volt einstellen oder Rejuvinator direkt mit Netz verbinden.
  3. REJUVINATOR in Betrieb nehmen :
    – Regenerierobjekt an entsprechendes Buchsenpaar anklemmen
    – Regenerierspg. mit entsprechendem Schalter (10 od. 11) auf den voraussichtlichen Spgs.-Wert einstellen
    – Timer programmieren (s. gesonderte Beschreibung / Anleitung)
    – Netzschalter (2) nach OBEN (Ein), gelbe Kontrollampe leuchtet, das Instrument (20) arbeitet u. zeigt Eingangsspg. an
    -Eine der beiden Ladelampen (14 od. 15)  werden aufglimmen
    – Eins der beiden Instrumente (22 od. 23) , je nach gewähltem Spannungsbereich (NV od. HV) wird eine steigende Spg. anzeigen.
    – Bei Erreichen der maximalen Spg. ist der Elko formiert.
  4. ENTLADEFUNKTION :
    – Netzschalter (2) nach UNTEN (Netz AUS)
    – Entladeschalter (12 od. 13) nach RECHTS
    – Die erste Entladung wird nun über die Instrumente erfolgen; dann:
    – NV:
    Absinken der Spg. am Instrument beobachten, bei einer Absenkung bis etwa 25Volt  (NV)  am Instrument  (22)  die rote Rest-Entladetaste (16) drücken und gedrückt halten, bis die Entlade-Lampe (18) völlig erloschen ist.
    – HV:
    Absinken der Spg. am Instrument beobachten, bei einer Absenkung bis etwa 250Volt  (HV)  am Instrument  (23)  die rote Rest-Entladetaste (17) drücken und gedrückt halten, bis die Entlade-Lampe (19) völlig erloschen ist.
    – Elko abklemmen u. ggfs. mit Kapazitätsmeßgerät überprüfen.
    – Der Vorgang kann beliebig wiederholt werden. Eine Erfolgsgarantie gibt es jedoch nicht.
    – Als dieses Gerät noch in seiner „Steinzeitversion“ als experimenteller „Brettaufbau“ vorlag, gelang es schon, einen „mausetoten“ Elko, der schon mehrere „Formierungsprozesse“ hinter sich hatte, wenigstens kurzfristig zu guten Werten zu verhelfen. Aber: Kaputt ist eben kaputt. Nur zeigt es, daß die hiesige Schaltung deutlich erfolgreicher ist als alle andere Methoden.
    Es sei noch darauf hingewiesen, das diese Beschreibung und Anleitung noch deutlich erweitert werden kann. Das Gerät birgt wesentlich mehr Möglichkeiten, als hier ausgewiesen werden konnten.

Hier habe ich ein kleines Video von einem kurzen Formiervorgang zur Anschauung mit dem Handy aufgenommen, leider hört man nicht das Klacken des Timers.

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