Doku über Reparatur und Aufbereitung

Ebenfalls vom Besitzer des Radiomuseums Grödig stammt dieser (Signalverfolger) Signal Tracer Heathkit IT-12, ein nützliches Werkzeug zur Signalverfolgung von HF-, ZF- und NF-Stufen von Radios, Fernsehern und Tonbandgeräten. Auch hier hat die Zeit eine Patina auf dem Gehäuse hinterlassen, aber alles läßt sich wieder prima reinigen. Auch hier die Vorgehensweise, wie beim IT-11: Reinigung und Pflege der Kontakte, Formierung der Netzelkos.

Heathkit IT-12

Signal Tracer Heathkit IT-12

Auch hier suchte ich nach einem Schaltplan und wurde auf „Jogis Röhrenbude“ fündig. Hier gibt es ein Schaltbild und auch die komplette Anleitung auf deutsch! Vielen Dank an dieser Stelle und beste Grüße von hier aus an Joachim!

Heathkit IT-12

Heathkit IT-12

Heathkit IT-12

Umschaltbarer Tastkopf (HF – NF)

Beim Blick ins Innere und im Vergleich mit dem Schaltplan stellte ich fest, dass dieses Gerät auch schon für das 220V-Netz verdrahtet wurde.

 

 

Heathkit IT-12

Heathkit IT-12

Der IT-12 stammt auch aus dem Anfang der 60er Jahre und besitzt 3 Röhren: 12AX7 12CA5 1629.

3 Antworten auf Verfolgungsjagd

  • Diogenes

    Sehr schön !

    Einen guten Griff hat er da mal wieder gemacht, unser Tilomann. Da freue ich mich sehr für ihn.

    Solch ein Gerät darf nämlich eigentlich in keiner Profiwerkstatt, aber auch in keiner „Bastelbude“ fehlen, wenn man sich ernsthaft -so wie wir- mit der alten Technik auseinandersetzt.

    Auch sehr gut, daß Tilo den Schaltplan ausfindig gemacht hat, da können wir nämlich dann gleich mal loslegen mit ein paar Infos und auch Tips!

    Also, wie bei jedem anderen betagten Gerät auch, sollte neben den üblichen Vorkehrungen (Elkos formieren, Gerät reinigen etc.) auch die NETZSPANNUNG angepasst werden. Hier geht das recht einfach mit einem Vorwiderstand (5-10Watt) in der Primärleitung des Netztrafos.

    Das wurde an anderer Stelle schon beschrieben, wenn es um Anpassung von Röhrenradios ging.

    –> Vielleicht sollten wir mal eine komplette Abhandlung nur über das (sehr wichtige) Thema NETZANPASSUNG als Einzelrubrik platzieren, was meint der Tilo dazu??

    Weiter im Text:
    In diesem Gerät befinden sich Röhren mit 12,6V (!) Heizspg. Am besten misst man diese Spg. und prüft, ob sie bei 225V Netzspg. okey oder zu hoch ist.
    Ist sie zu hoch, muß angepasst werden. Man ermittelt per Experiment den passenden Vorwiderstand in seiner ohmschen Größe und setzt ihn nach eindeutiger Feststellung fest in die Primärleitung des Trafos ein. Platz ist ja reichlich in dem Gehäuse.

    ACHTUNG: Die 12,6V Heizspg. darf aber auf keinen Fall unterschritten werden! Die Kathoden werden dann nicht heiß genug und es besteht die Gefahr der sogenannten „Inselbildung“ auf der Kathodenoberfläche, wodurch die Röhren sehr schnell unbrauchbar werden können.

    Man sollte während des Experiments auch die ANODENSPG. messen und sehen, ob diese okey sind. (1. Elko „C7-A“: ca. 140V-, 2.Elko „C7-B“: ca. 115V-). Diese Spannungen dürfen geringfügig höher ausfallen, wenn nur die Heizspg. korrekt ist. Vorraussetzung ist natürlich auch, daß die Netzelkos die vorgeschriebene Kapazität erfüllen; sonst brummt es einerseits, andererseits ist die Anodenspg. dann zu klein.

    Das Gerät hat einen Potentiometer und div. Schalter (auch im Tastkopf), die zu Oxidation neigen. Erforderlichenfalls sollte man diese mit OSZILLIN behandeln (Gerät vorher vom Netz trennen!) und viele Male betätigen, damit sich Schmutz/Oxyd löst u. die Schalter gängig werden. Oszillin bildet anschließend auch einen lang anhaltenden Schutzfilm.

    Nun zur Röhrenbestückung:
    Als Eingangsverstärker nimmt hier die Doppeltriode 12AX7 Platz. Es ist eine 2-Systemröhre, d.h. in diesem Fall befinden sich 2 Triodensysteme in einem Glaskolben. Das 1. System bildet den Vorverstärker für das zu verfolgende Signal, welches dann verstärkt an das 2. System weitergeleitet wird, das die Treiberröhre für die Endstufe darstellt.
    Die Endstufe wird von der Endröhre 12CA5 und einem Ausgangsübertrager gebildet. An das Steuergitter der Endröhre gelangt das von den beiden Trioden der 12AX7 nacheinander vorverstärkte Signal und wird auf einen hohen Leistungspegel weiterverstärkt, sodaß man es schließlich im Lautsprecher hören bzw. an der Anzeigeröhre „sehen“ kann.

    Die 12AX7 ist ein unübertrefflicher Welterfolg gewesen und findet eigentlich überall Anwendung, wo feinste Signale mit hohem Qualitätsanspruch verstärkt werden müssen; sogar heute noch (Instrumentenverstärker, HIFI-Verstärker etc.) Die 12AX7 entspricht in jeder Hinsicht der berühmten ECC83 und ist gegen diese direkt 1:1 austauschbar. Übrigens können die 12AX7 und die ECC83 mit sowohl 6,3 als auch 12,6 Volt Heizspg. betrieben werden, weil der Heizfaden jeweils unterteilt ist, womit entweder eine Reihen- oder Parallelschaltung der Teilfäden möglich ist. (Fäden in Reihe: 12,6V, Fäden prallel: 6,3V)

    Die 12CA5 ist eine sog. Strahlbündelröhre. Eigentlich kann man sie weder Penthode noch Tetrode nennen; für eine Penthode hat sie einen Anschluß zu wenig und für eine Tetrode ein Gitter zuviel.

    Na sowas !

    Das hatte irgendwann einmal patentrechtliche Gründe, den Begriff Penthode betreffend, wie man erzählt. Eine Penthode hat nämlich 5 Elektroden, d.h. 1xAnode, 1xKathode und 3xGitter (A=Anode, K=Kathode, G1=Steuergitter, G2=Schirmgitter, G3=Bremsgitter).
    Eine Tetrode hingegen hat nur 4 Elektroden, nämlich 1 Gitter weniger (das G3, Bremsgitter) als die Penthode.
    Nun ist der Trick daran, das G3 eines Penthodensystems INNERHALB des Röhrenkolbens mit der Kathode zu verbinden, wodurch die Röhre als System eine Penthode ist, es aber keinen eigenen Außenkontakt für das G3 hat. Also dann doch eine Penthode, aber im Tetroden-Kleid…..

    Okey.

    Die 12CA5 (Uf=12,6V) ist bis auf die Heizspg. absolut gleich der 6CA5 (Uf=6,3V). Diese kleine Röhre kann tatsächlich eine Leistung v. 5 Watt (!) erreichen, die aber in diesem Werkstattgerät nicht erforderlich und auch nicht erzeugt werden. (Vive la Valve !)
    Sollte es einmal die recht unwahrscheinliche Not tun, die Endröhre erneuern zu müssen, kann man sie locker gegen eine 6CA5 austauschen, die leichter zu bekommen ist; man schaltet dann zusätzlich eine Diode, etwa die 1N4001….4007, in Reihe zu dem Heizfadenanschluß an der Röhrenfassung, wodurch nur noch eine Halbwelle der Trafospg. an die Röhre gelangt.

    Das „Magische Auge“ 1629 ! Diese Röhre gab es auch unter den Bezeichnungen CTL1629 und VT-138, wobei letztere für militärische Zwecke hergestellt wurde. Die Röhre begründet sich auf die Entwicklung der 6E5, hat die gleichen Daten und sogar exakt dasselbe Leuchtbild, wobei die 6E5 einen anderen, 7-poligen Sockel hatte. Ersatz kann gemacht werden mit der bekannten russischen Schwesterröhre 6E5C (6E5S) -auch dasselbe Leuchtbild-, wobei jedoch die negative Steuerspannung (G1) evtl. durch Änderung der Widerstände R9 und R11 (Spannungsteiler) angepasst werden muß. Das hat was mit der Empfindlichkeit und damit der Leuchtbild-Aussteuerung zu tun. Das muß im Einzelfall bestimmt und entschieden werden.

    Allerdings glaube ich eher, daß die im Gerät verbaute 1629 uns alle überdauern wird, da ihr Leuchtschirm nur mit 130-140V- versorgt wird, wobei die max. zulässige Spg 250V- beträgt, mit der leider die meisten in Radios verbauten Maggis regelrecht malträtiert werden, also immer am Limit fahren. Man sieht, es geht auch mit deutlich kleinerer Spannung am Leuchtschirm, und die Lebensdauer verlängert sich um das vielfache….

    –> Auch hierüber, mein lieber Tilomann, sollten wir vielleicht mal einen ganz besonderen, vernünftigen Artikel unter der Rubrik „Magische Augen“ zusammenstricken; wie wärs? Das mach‘ ich dann aber nicht alleine, da müssen Sie mit ran 😉 (….graut mir jetzt schon vor der ganzen Schreiberei, Rechnerei, Zeichnerei…., aber mal schaun‘)

    Nun ist’s genug für heute, wenn Fragen sind, einfach melden.

    Über das Kapazitätsmeßgerät äußere ich mich noch, hatte es eigentlich auch für heute vorgesehen. Das war aber, bevor mir bewußt wurde, was alleine bei dem Signalverfolger so an Zeit und Schreiberei draufging….

    Frohes Schaffen und laßt mal alle schön die Röhren glühen !

    • Vielen Dank für diese ausführliche Abhandlung und die Fülle an Informationen, lieber Diogenes! Sie sind – wie immer- nicht mit Gold und Geld zu bezahlen. Wenn ich den Musiklehrer-Grundig fertig habe, werde ich mich um dieses Gerät kümmern und ich freue mich schon auf die ersten Testläufe und Erfahrungen damit.

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