Doku über Reparatur und Aufbereitung

Nach all der Arbeit am Radio möchte man sich natürlich dem Röhrenklang hingeben und genießen. Leider treffen die meisten terrestrisch empfangbaren Radiostationen nicht dem Geschmack des Röhrenradiobesitzers. Es stellt sich die Frage, wie verbinde ich mein Radio mit einer externen Tonquelle? So könnte man seinen CD-Player, iPod oder Computer am Radio anschließen und die eigene Lieblingsmusik über Röhrenklang ertönen lassen.Die einfachste Möglichkeit eine externe Quelle mit dem Radio zu verbinden, ist die Verwendung eines Kabels mit den entsprechenden Steckern. Die Radios aus den 50er Jahren benötigen für die TB- oder TA-Buchse Bananenstecker am Audioeingang und das ganze in Mono.

Achtung! Die Kabellösung ist nicht für Allstromgeräte geeignet! Hier besteht die Gefahr eines Stromschlages!
(Allstromgeräte erkennt man an der Typenbezeichnung GW im Modellnamen oder auf der Rückwand steht, dass es mit Gleich- oder Wechselstrom betrieben werden kann)

So ein Adapter ist schnell selbst gebaut, wir brauchen:

  • 3,5 mm Klinkenstecker
  • 2x 10 kOhm-Widerstände
  • 2 Bananenstecker
  • Geschirmtes Kabel

Der Stereo-Klinkenstecker hat 3 Kontakte (re, li, Masse), die Masseverbindung kann direkt zu einem Bananenstecker verbunden werden. Um die beiden Stereokanäle in ein Monosignal umzuwandeln, schalten wir zwischen li und re jeweils einen 10 kOhm Widerstand bevor das Signal auf eine Leitung gelegt wird. Hier eine kleine Skizze der Schaltung:

Schaltungs-Skizze

Schaltungs-Skizze

Das ganze mit Schrumpfschlauch versehen, sieht der fertige Adapter dann so aus:

Audiokabel

Audiokabel

Wer nicht basteln will, bei Volker auf antikradio gibt es schon fertige Adapter zu kaufen.
Ich benutze selber im Haus mehrere Terratec Noxon iRadio, den gibt es ja mittlerweile sehr günstig gebraucht.

Terratec Noxon iRadio

Terratec Noxon iRadio

Ganz ohne Kabel kann man mit einem FM-Transmitter die gewünschen Tonsignale zum Radio übertragen. Diese Mini-Sender bis 50 nW sind seit 2006 in Deutschland erlaubt. Allerdings ist diese Sendeleistung so gering, dass nach höchstens 3m Entfernung zum Sender das Signal nur noch mit Rauschen empfangen werden kann. Man muss also so einen zugelassenen FM-Transmitter am besten an der Rückwand vom Röhrenradio betreiben, damit der UKW-Empfang mit sauberem Signal möglich ist.
Der ELV-Versand bietet einen Prüfsender SUP 1 an, der relativ wertig ist und einen guten Klang bietet. Da dieser Minisender ca. 250 mW liefert, ist ein Betrieb nur mit einer direkten Verbindung zwischen dem Antennenausgang des SUP1 und dem Radio-Antenneneingang zulässig – also Antenne basteln und daran betreiben ist verbooooten!

UKW-Prüfgenerator SUP1

ELV UKW-Prüfgenerator SUP1

Und dann gibt es auch noch Spielzeug aus China, wo der Betrieb in Deutschland strengstens verboten ist. Im Onlineauktionshaus werden reihenweise UKW-Transmitter vertrieben, die teilweise schon unter das Waffengesetz fallen! Hier gibt es meißt ein kompaktes Gerät inklusive Netzteil und kleiner Gummiwendelantenne. Hier der kleine CZH-05B, der wahlweise 0,5 oder 0,1 Watt liefert.

CZH-05B

CZH-05B

CZH-05B

Rückseite: Netz- und BNC-Buchse

Um die passende Musik zu finden, empfehle ich www.shoutcast.com aufzurufen und das gewünschte Genre bzw. Musikrichtung oben in das Eingabefeld schreiben. Wenn mir z.B. nach Oldies ist, trage ich oben Oldies ein, genauer wird es, wenn man z.B. 50s oder 60s eingibt. Nach „Enter“ spuckt diese Übersicht hunderte Onlinestreams aus, die man sich oben nach Anzahl der Zuhörer oder Bitrate sortieren lassen kann. Ab 128kb/s wird es schon ganz angenehm, je höher umso besser der Klang hinsichtlich der Dynamik.

 

11 Antworten auf Privates Wunschkonzert

  • Hallo Tilo,

    klasse Bericht ! Den Adapter werde ich nachbauen und dann erstmal schauen wie’s mit der Verbindung von Radio – PC klappt. Später kommt dann das WebRadio dran.

    Danke für deine Mühe – ich denke, die Thematik wird einige hier ansprechen !

    Gibt es eigentlich Probleme mit Störgeräuschen ?

    Viele Grüße,

    Andy

  • Diogenes

    Eine Bemerkung zu Andy’s Frage :

    Störgeräusche -wie beispielsweise BRUMM- können nicht auftreten, weil der Anschlußwiderstand niederohmig ist.

    Bei Radiogeräten mit statischen Hochtönern ist mit digitalen Ursprungssignalen (z.B. CD, MP3 etc) äußerste Vorsicht angebracht; die Hochtöner können zerstört werden.

  • Hallo Diogenes,

    danke für Anmerkungen. In der Tat möchte ich digitale Quellen an ein Radio mit statischem Hochtöner (Grundig W 3033/56) anschließen. Bin bislang aber leider noch nicht dazu gekommen. Rätst du davon ab ? Oder gibt es Möglichkeiten das Risiko zu minimieren ?

    • Diogenes

      Hallo Andy,

      gut, daß Sie bisher nicht dazu gekommen sind, solch eine Tonquelle zu verwenden; damit haben Sie das Risiko ja verhindert.

      Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Risiko AUSZUSCHLIEßEN.

      Im Moment habe ich wenig Zeit; ich bitte daher um Geduld. Ich werde die entsprechenden Maßnahmen auflisten und demnächst hier veröffentlichen bzw. Tilo zukommen lassen.

      Keinerlei Maßnahmen müssen getroffen werden, wenn man Signale über FM-Modulation (Kleinsender fürs Haus, Tilo hat bereits darüber berichtet) drahtlos übermittelt.

      Einen guten und dazu auch noch sehr nostalgischen Weg schlägt man beispielsweise ein damit, indem man sich ein schönes GRUNDIG-Tonbandgerät zulegt. Darauf achten, daß es sich um ein 2-Spurgerät mit 19cm Geschwindigkeit handelt (beides kostet Bandausbeute, ist für die Tonqualität von äußerster Bedeutung). Bänder gibts noch in Massen für kleines Geld im Netz.

      Der Ausgangszustand sollte so gut wie möglich sein. Man kann mit 30 – 40 Euro rechnen. Die oft schadhaften Riemen bekommt man einfach und preiswert. Die Reparatur ist nicht aufwendig oder gar schwierig.

      Danach einfach die Musik AUFNEHEMEN, die man mag, und dann ganz „klassisch“ und „wie früher“ übers Radio abspielen !

      Na, wie klingt das ?

      So, das wars für heute; viel Spaß beim Basteln…..

      • Handelt es sich bei dem Nordmende rigoletto 58 auch um eines mit Statischen Hochtönern? Besitze ein solches und baue grade diesen Adapter. Es handelt sich um ein 3D Gerät mit 3 Lautsprechern.

        • Diogenes

          Guten Abend Herr Dastin,
          .
          Ihr Nordmende Rigoletto 58/3D ist mit STATISCHEN Hochtönern ausgerüstet.
          .
          Das kann natürlich zu den bekannten Problemen führen.
          .
          Betreiben Sie das Gerät am besten mit deutlich verringerten Höhen und auch kleinerer Lautstärke; also nicht „Volle Pulle“. Vermeiden Sie schlagartigen Signaleinsatz.
          .
          Am besten wäre natürlich eine echte Anpassungsschaltung, die mir aber derzeit leider nicht vorliegt.
          .
          Ansonsten ist Tilos Adapterschaltung schon ganz in Ordnung.
          .
          Viel Erfolg,
          melden Sie sich doch einfach nochmal, um über ein Ergebnis zu berichten.
          .
          Beste Grüße …

  • Guten Tag,
    Ich habe gestern auf dem Flohmarkt ein Grundig 2098 erstanden. Kann mir jemand sagen, ob ich mit diesem Gerät gefahrlos das weiter oben beschriebene Adapterkabel für externe Geräte nutzen kann?
    Vielen Dank im Voraus

    • Diogenes

      Hallo Herr Fischer.
      Zunächst müssen Sie das Gerät überarbeiten lassen. Wichtig sind die KONDENSATOREN, von denen einige durch Feinschlüsse unerlaubte/gefährliche Netztspannungsanteile an das Chassis und damit an den Tonquelleneingang (TA) leiten können.
      Darin liegt eine Gefahr für Leib und Leben..
      Viele Grüße

  • Guten Morgen ,

    Ist es möglich solch einen Adapter an Geräten mit Spartrafo zu betreiben? Da es sich bei diesen Geräten bis auf die Röhrenheizung um Allstromgeräte ( stand glücklicherweise auf dieser Seite 🙂 )handelt befürchte ich das es nicht geht. Nur würde ich gern wissen was passiert wenn man es doch macht ? Bei Geräten mit Metalgehäuse könnte dies unter Spannung gesetzt werden aber wie sieht es bei Kunststoffgehäusen aus? Würde das Gerät (Handy, MD Player etc.) Schaden nehmen?

    Viele Grüße

    Robert

    • Diogenes

      Guten Tag Herr Robert Schreiber !
      .
      Es geht bei Allstromgeräten NICHT darum, ob Ihre externe Audioquelle beschädigt werden könnte, sondern darum, daß SIE und evtl. ANDERE einen Schaden an Leib und Leben erleiden werden !
      .
      Allstromgeräte sind LEBENSGEFÄHRLICH, insbesondere für Personen, die überhaupt keine elektrotechnischen Kenntnisse haben bzw. nicht über den blassesten Schimmer über die großen Gefahren beim Betrieb von Allstromgeräten verfügen !
      .
      Ich bin ziemlich sauer, denn ich hatte Ihnen schon gestern (08.01.17) einen ausfühlichen Bericht zu Ihrem Radio und Ihren Problemen damit auf dieser Seite zukommen lassen.
      .
      DAS HIER ist kein „Abenteuerspielplatz“ !!!
      .
      Denken Sie etwa, daß sich ein Experte stundenlang Zeit nimmt und große Mühe gibt, auf Ihre Belange einzugehen, damit Sie dann alles einfach in den Wind schießen?
      .
      Das kann nicht Ihr Ernst sein !
      .
      Ich reiche Ihnen nocheinmal die Hand, indem ich Ihnen die Möglichkeit einräume, mit mir vernünftig in Kontakt zu treten.
      .
      Sie können mit dem Betreiber dieser netten Seite -Herrn Tilo Graupner- kommunizieren und evtl. meine persönlichen Kontaktdaten erhalten. Dann können wir mal direkt darüber sprechen.
      .
      Ansonsten werde ich mich von Ihrem Ansinnen eindeutig distanzieren, weil ich mich grundsätzlich nicht an lebensgefährlichen Abenteuerspielchen beteilige.
      .
      Überlegen Sie es sich gut.
      .
      Mit freundlichen Grüßen,
      Diogenes

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