Doku über Reparatur und Aufbereitung

Im Angebot des Grundig 5010 befand sich als „Zugabe“ auch dieser nett aussehende Philips 1001 BD483A. Die kompakte Form und die knuffigen Knöpfe lassen für mich dieses Radio sehr sympathisch aussehen, man kann es als typischen Style der Endfünfziger bezeichnen. Es besitzt den Standartröhrensatz und einen Röhrengleichrichter.

Philips 1001 BD483A

Philips 1001 BD483A

Trotz der Tiefen- und Höhenregler befindet sich oben rechts auch ein 3-fach Klangregister mit Jazz, Konzert und Sprache. Der Originallack ist noch sehr gut erhalten und keine Risse vorhanden.

Philips 1001 BD483A

gut erhalten

Philips 1001 BD483A

seitliche Elektrostaten-Gitter

Gut erhaltene Rückwand:

Philips 1001 BD483A

Philips-Rückwand

Hier das Schild mit der Röhrenbestückung:

Philips 1001 BD483A

Röhrenbesetzung

Und natürlich der Blick hinter die Rückwand:

Philips 1001 BD483A

Chassis des Philips 1001 BD483A

Philips 1001 BD483A

Hier das Typenschild in Großaufnahme:

Philips 1001 BD483A

Typenschild

Der Wechsel der kritischen Bauteile ging ziemlich zügig, da es nicht allzu viele sind.

zuzüglich der Elkos

defekte Kondensatoren

Philips 1001

Chassis von unten

Erwähnenswert ist die Halterung der Skalenscheibe:

Philips 1001

in Gummimuffen gelagert

Hier muss dieser Gummiring raus- bzw. reingequetscht werden. Das Skalenglas sitzt auf diesen Gummimuffen.
Die Gleichrichtung durch die EZ80 habe ich original belassen, alles arbeitet im grünen Bereich.

Philips 1001

der fertige Philips 1001

Der originale Lack glänzt noch ganz gut und das Furnier kommt gut zur Geltung.

Technische Daten:

Produktionsjahr 1958/1959
7 Röhren: ECC85, ECH81, EF89, EABC80, EM84, EL84, EZ80
6 AM-Kreise + 10 FM-Kreise
Gehäuseabmessungen: 580 x 360 x 205 mm (BHT), 10 kg
Originalpreis damals 299.- DM

Nicht nur das Radio wurde pfleglich behandelt, sondern auch die Betriebsanleitung sieht noch wie neu aus. Diese stelle ich hiermit als pdf-Download zur Verfügung.

Und hier ist der Schaltplan, ebenfalls als pdf-Download.

 

4 Antworten auf Philips-Zugabe

  • Diogenes

    Ein sehr schönes Radio,
    was auch technisch keinesfalls unterschätzt werden darf !
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    Dieses Gerät hat eine recht aufwändige Schaltung; daher auch das „Klangregister“, und zwar nicht „trotz“, sondern grade „wegen“ der Bass- u. Höhenregler.
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    Das Klangregister ermöglicht eine grobe (oder direkte) Einordnung des Klangeindrucks zu einer Darstellungsrichtung. Teilweise werden die tiefen u. mittleren Tonbereiche anders an den Lautsprecher (und damit ans Ohr) weitergereicht als lediglich mit einer zweifachen Reglerfunktion.
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    Es sind zwar „nur“ drei Tasten, der Schaltungaufwand jedoch ist erheblich !
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    Hinzu kommt noch die „Physiologische Lautstärkeregelung“, (auch „Gehörrichtige Lautstärkeregelung“ genannt), die am Lautstärkepotentiometer über eine Anzapfung an der Kohleschicht im unteren Drittel des Regelbereichs u. Anschaltung entsprechender Kondensator/Widerstandskombinationen realisiert wird.
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    Der NF-Verstärker verfügt über eine „gesunde“, aktive Gegenkopplung.
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    Das Gerät ist neben einem vernünftigen Tief-Mitteltöner auch mit zwei kristallklaren Elektrostaten für die Wiedergabe der hohen Töne ausgestattet !
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    Ferner ist noch zu bewundern, daß dieses Gerät alle VIER Wellenbereiche anbietet.
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    Also alles andere als eine „Billigkiste“ …
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    Dieser Rundfunkempfänger weist keinerlei Mangel- bzw. Schwachstellen auf, weder in der Schaltung, noch in der Ausführung.
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    Über die Instandsetzung bzw. „Renovierung“ lasse ich mich in einem demnächst hierauf folgenden Bericht aus.
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    Viel Glück bei allen Röhrenaktivitäten …
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    Gehen Sie einfach sehr umsichtig und wachsam bei der Instandsetzung und dem Betrieb dieser wunderschönen Radios vor …
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    Diogenes

  • Diogenes

    RÖHRENGLEICHRICHTER mit EZ80
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    Eine saubere Sache, so eine „Zweiweggleichrichtung“, sie ist als „Vollwellengleichrichtung“ zu bewerten.
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    Der Netztrafo muß zu diesem Zwecke eine große Anodenwicklung auf der Sekundärseite haben, mit einer korrekten Mittelanzapfung.
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    Das „obere“ und „untere“ Ende der Wicklung wird auf die Anoden des Gleichrichters geschaltet, eine gemeinsame Kathode des Gleichrichters ist dann sozusagen der „Ausgabepunkt“ der gleichgerichteten Spannung, also PLUS.
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    Die Mittelanzapfung der Sekundärspule stellt den MINUS-Pol dar und ist direkt mit Masse verbunden.
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    Die in diesem Gerät angewendete Gleichrichterröhre „EZ80“ hat eine Belastbarkeit von 90mA , der Ladeelko darf 50µF nicht überschreiten !
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    Sollte die Röhre schwächeln oder gar defekt sein, so kann man eine Dioden-Ersatzschaltung mittels zweier „1N4007“ u. einem Anpassungswiderstand (ermitteln) vornehmen.
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    Auf jeden Fall müssen die Entstörkondensatoren, die von den Anodenanschlüssen an Masse (also Minus) geschaltet sind, ERSETZT werden. Man darf diese nicht einfach weglassen !
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    Das Gerät hat außerdem nur zwei Betriebsspannungen zur Wahl: 110V~ u. 220V~. Hier muß also auch eine „Netzspannungsanpassung“ durchgeführt werden.
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    Im übrigen gelten die üblichen Maßnahmen wie bei jeder Überholung eines solchen Röhren-Gerätes.
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    Nun viel Erfolg !
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    Beste Grüße …

  • Diogenes

    Beim PHILIPS 1001 ist zu beachten, daß die SIEBDROSSEL des Netzteils Bestandteil des Ausgangsübertragers ist. D.H., daß die Siebung über die PRIMÄRWICKLUNG des AÜ geführt wird, von dort aus zur Gewinnung der Schirmgitterspg. und -naturgemäß- der Anodenspg. führt.
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    Folglich hätte ein Kurzschlüß des SIEBELKOS (u. aller weiteren in dieser Strecke liegenden Kondensatoren) verheerende Folgen; der AÜ würde verschmoren und wäre damit zerstört !
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    Hier muß also dringend Obacht geübt werden !
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    Ein neuer AÜ für eine Schaltungstechnik dieser besonderen Art ist kaum mehr beschaffbar.
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    Also, im eigenen Interesse: Keine Spielchen damit !
    Der SIEBELKO muß in Ordnung sein !
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    Das heißt, NICHT „erstmal“ einschalten und mal sehen, was passiert; NEIN, denn dann IST es schon passiert !
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    Reihenfolge einhalten, ERST die Kondensatoren und VOR ALLEM die ELKOS gewissenhaft überprüfen und ggfs. erneuern.
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    ERST DANN mal sehen, was so geschieht…
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    Viele Grüße aus dem Reich der Röhren …

  • Das heißt, NICHT „erstmal“ einschalten und mal sehen, was passiert; NEIN, denn dann IST es schon passiert !
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    Reihenfolge einhalten, ERST die Kondensatoren und VOR ALLEM die ELKOS gewissenhaft überprüfen und ggfs. erneuern.
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    ERST DANN mal sehen, was so geschieht…

    Einfach nur: Danke für diese wertvolle Warnung! Als Feld- Wald- und Wiesen-Elektronikbastler aus der Transistor-Ära wäre ich da nämlich genau verkehrt herangegangen, nach der Maxime: Erst mal anschalten, und schauen, wo es klemmt, Halbleiter befühlen wo es heiß wird. Dann Fehler meßtechnisch eingrenzen und Teile erst hernach nach Bedarf austauschen.

    Bei diesen alten Schätzen ist das aber nach Deiner ausführlichen Erläuterung genau falsch. Erst tauschen, danach kommt der Rest. Ich werde es in Zukunft genau so machen. Danke!

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