Doku über Reparatur und Aufbereitung

Schon lange interessiert mich ein Messgerät, welches zur Beurteilung eines Kondensators/Elkos vernünftige Aussagen machen kann. So ersteigerte ich zu einem guten Preis den Capacitor Checker Heathkit IT-11 und im späteren Kontakt mit dem Verkäufer ergab sich ein netter Mailwechsel, da er auch ein Radiosammler ist und sogar in Grödig (Salzburger Land) ein Radiomuseum betreibt (www.radiomuseum-groedig.at). Ich hoffe, dass es sich mal ergibt, seinem Museum einen Besuch abzustatten.

Heathkit IT-11

Capacitor Checker Heathkit IT-11

Die Zeit hatte dem Messgerät eine Staubschicht beschert, auch die Kontakte im Inneren galt es zu reinigen und mit Oszillin zu behandeln. Auf „Rainers Elektronikpage“ wurde ich beim Suchen nach dem Schaltplan fündig. Da steht zwar zur Auswahl des RT-Messbrücke IT-28, aber dieses ist identisch mit dem IT-11.
Das Blechgehäuse kann man nach dem Lösen von 2 Schrauben sofort demontieren. Hier der Blick auf das Innenleben:

Heathkit IT-11

Heathkit IT-11

Heathkit IT-11

Heathkit IT-11

Ein Blick auf den Schaltplan bzw. die Bauanleitung verriet, dass das Gerät schon auf 220V verkabelt wurde. Nach dem Formieren der Netzelkos fuhr ich das IT-11 langsam aus Sollspannung. Nun testete ich die Funktionen dieses Messgerätes:

  • Widerstandsmessungen
  • Kapazitätsmessungen
  • Prüfung des Isolationswiderstandes am Kondensator
  • Kondensator-Reststrommessungen

Noch nicht getestet habe ich die Funktion der Messung des Übersetzungsverhältnisses eines Transformators. Bei Kapazitätsmessungen stellte ich fest, dass hier die Werte ziemlich wirr angezeigt wurden. Vermutlich muss ich den Vergleichskondensator aus der Messbrücke tauschen.

Heathkit IT-11

jetzt schön sauber

Heathkit IT-11

Magisches Auge noch wie neu!

Das Gerät stammt aus dem Anfang der 60er Jahre und besitzt 3 Röhren: 6BN8 6AX4 6E5
Den IT-11 konnte man als Fertiggerät als auch als Bausatz erwerben.

Eine Antwort auf Ein Amerikaner aus Grödig

  • Diogenes

    …..was bedeutet „wirr“ bei den Kapazitätsmessungen? Das sagt mir nichts.

    Verwenden Sie zu lange Prüfkabel zw. Meßgerät und Prüfling? Diese sollen so kurz wie möglich gehalten werden bzw. garnicht vorhanden sein; C’s direkt an die Meßbuchsen anschließen!!

    Haben Sie neue C’s geprüft? Tritt der Fehler in allen Kapazitätsbereichen auf?

    Stimmt die Spannung an der Kathode der 6AX4 (Gleichrichter-Diode) ? Sollte ca. 480 – 500V- sein.

    Stimmt die Anodenspg. ? Diese Spg. ist HINTER dem Anodenvorwiderstand, der aus 4 Einzelwiderständen, R1+R2+R3+R4, je 47K/2W in Reihen/Parallelschaltung besteht, zu messen und darf 200V- nicht überschreiten! Man kann der Einfachheit halber die Anodenspg. auch an Pin4 der 6E5 messen. Sollte die Spg. größer als 200V- sein, so muß der R5 (33K/2W) geprüft u. ggfs. ersetzt werden.

    Allerdings ist das alles erst sinnvoll, wenn die Netzspgs.-Anpassung schon durchgeführt wurde.

    ZU DEN RÖHREN:
    (Alle 6,3V~ Heizspg.)

    6AX4: Einweggleichrichter, eigentlich eine „Boosterdiode“ aus dem frühen TV-Bereich. Diese Röhre wurde der Einfachheit halber gewählt, weil sie mit der Prüfspg. v. ~500V, die für die Prüfung von Kondensatoren notwendig ist, locker klarkommt. Die 6AX4 kann mit max. 4.400V~ bei einem Anodenstrom von max. 750mA betrieben werden und ist für dieses Gerät ansich viel zu hoch dimensioniert; jedoch gab es diese Röhre wie Sand am Meer und ist obendrein robust und dazu noch sehr preiswert. Sollte diese Röhre einmal defekt sein, läßt sie sich durch eine Silizium-Boosterdiode -ebenfalls aus der TV-Branche- kombiniert mit einem Vorwiderstand, ohne weiteres ersetzen.

    6BN8: Mehrsystemröhre, ähnlich der EBC91, jedoch nicht dagegen austauschbar!!
    Der Kolben umschließt eine Triode und zwei Dioden.

    6E5: Die Großmutter aller „Magischen Augen“, ca. 1935 in den USA entwickelt. Ersetzbar durch die osteuropäische „Schwester“ 6E5S (6E5C), jedoch muß die Röhrenfassung dann auch ersetzt werden. Die 6E5 hat eine 6-polige, die 6E5S eine 8-polige Fassung.
    Allerdings sehe ich hier allenfalls Tilos Ur-Ur-Urenkel darüber nachdenken….

    In diesem Zusammenhang noch einmal der Hinweis auf die Betriebsdaten von Maggis im Allgemeinen: Die Leuchtschirmspg. darf bei den meisten Maggis 250V- nicht überschreiten. Es ist die maxim. Spannung. Leider wird in nahezu allen Radios genau mit dieser hohen Spg. gearbeitet, was zu einem relativ schnellen Verschleiß der Anzeigeröhre führt. Auch in diesem Meßgerät wird klar, daß eine geringere Spg. (200V-) die Röhre ebenso schön leuchten läßt, den Verschleiß jedoch absenkt. Das muß man sich merken; sollte man in einem Radio eine schlappe Maggi gegen eine neue ersetzen, so sollte man die Leuchtschirmspg. von vorneherein über einen Vorwiderstand abschwächen, das vervielfacht die Lebensdauer.

    Dieses war „der erste Streich“, der zweite folgt, nachdem Tilo sich zu den gestellten Fragen geäußert hat.

    Und nun viel Spaß und Erfolg beim Experimentieren…..

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