Doku über Reparatur und Aufbereitung

Wieder ein schöner großer Grundig! Aus der Paderborner Sammlungsauflösung stammt dieser Grundig 5080 Hi-Fi Zauberklang, noch ganz gut erhalten und wieder eine gewaltige Erscheinung. Da der Vorbesitzer eigentlich alle Geräte leicht überholt hatte, fuhr ich den Grundig über den Trenntrafo hoch – Resultat: er spielt zwar, aber es fehlt der Druck, also die erwartete Grundig-Dynamik. Hier muss also noch nachgeschaut werden, speziell die Koppelkondensatoren der Endstufe, die in Gegentaktschaltung arbeitet und eigentlich wesentlich kräftiger die 5 Lautsprecher befeuern sollte.

Grundig 5080

Grundig 5080 Hi-Fi Zauberklang

Auch dieses Radio besitzt den 5-Fach-Equalizer (Wunschklangregister) und sollte einen hervorragenden Klang erzeugen, wenn alle Bauteile korrekt arbeiten.

Grundig 5080

Gehäuse noch ganz gut erhalten

Das Gehäuse sieht auch noch ganz gut aus, es wird sich auf eine Reinigung und Politur beschränken, die kleinen Kratzer lassen sich leicht kaschieren – eine Neulackierung ist nicht von Nöten *freu*

Grundig 5080

Rückwand vom Grundig 5080

Grundig 5080

Röhrenbesetzung

Der Blick hinter die Rückwand sieht wieder grundigtypisch toll aus, 5 Lautsprecher und die zwei EL84-Endstufenröhren verleihen dem Radio auch von innen ein gewichtiges Aussehen.

Grundig 5080

„Mächtig gewaltig !“ würde Egon wieder sagen

Gut sichtbar die „nachgerüstete“ DIN-Buchse, also jungfräulich ist er nicht mehr…

Grundig 5080

Blick aufs Chassis vom 5080er

Grundig 5080

die Gegentaktendstufe

Technische Daten:

Produktionsjahr: 1956/1957
10 Röhren: ECC85, ECH81, EF89, EF80, EM34/35, EAA91, ECC81, EBC41, 2x EL84
9 AM-Kreise + 15 FM-Kreise, 5 Lautsprecher (15 W Ausgangsl.)
Gehäuseabmessungen (BHT) 70 x 43 x 29 cm, Gewicht 17,5 Kg
Originalpreis 518.00 DM

Schalt-, Seil- und Abgleichplan als Download

6 Antworten auf Großes Konzert mit Zauberklang

  • Diogenes

    Guten Tag.

    Natürlich ein „Hammerteil“ !

    Aber zum Thema „fehlende Dynamik“: Ist damit vielleicht ein Mangel an Bässen gemeint ?

    Falls JA:

    – Wurde die Kondensator-Kur vom Vorgänger VOLLSTÄNDIG durchgeführt ? Dann sollte die Überprüfung der Koppel-C (22nF) nichts bringen.

    – Ist der Ton sauber oder verzerrt ? Kommt genug Leistung insgesamt ? Wenn sauber und gute Leistung vorhanden, die Klangregelung überprüfen. Evtl. schwächelt die ECC81.
    Bei Verzerrungen schon im unteren und mittleren Lautstärkebereich die Kathodenelkos der beiden EL84 überprüfen.

    Insgesamt auch alle Spannungen messen. Stimmen Anoden- und G2-Spannungen ? Wenn zu niedrig, Gleichrichter überprüfen. Wenn eine der 4 Dioden ausgefallen ist, kann es zu solchen Phänomenen kommen.

    Ich freue mich auf die Fortsetzung,

    Freitags abends glühen die Röhren oft besonders schön…

    Viele Grüße und frohes Basteln

  • mal eine Impression, was Grundig mit dem 5080 Chassis sonst noch gebaut hat:

    Grundig 9080 Bild 1
    Grundig 9080 Bild 2
    Grundig 9080 Bild 3

    Abgesehen von der noch üppigeren Lautsprecherbestückung unterscheidet sich das Radioteil vom 5080 dadurch, dass es einen integrierten Entzerrer-Vorverstärker für magnetische Tonabnehmer besitzt. Der Plattenwechsler ist dann auch eine Sonderausführung des PE Rex A, mit abnehmbarem Tonkopf und magnetischem Tonabnehmer mit 1/2″ – Befestigung – fast wie 20 Jahre später.

    Mich wundert es immer wieder wieso der Beginn der HiFi-Ära auf die sechziger Jahre datiert ist, als Pioniere Firmen wie Marantz, Quad oder Braun gehandelt werden, und bei den Röhrengeräten so ein Bohei um die Sabas ( „Greencones“) gemacht wird. Selbst die Königin von Saba hatte nur einen Standard-Plattenspieler und ein erheblich schlechteres Tonbandgerät verbaut, und klang im Vergleich zu den Grundig Spitzentruhen mehr als mager. Bemerkenswert finde ich auch, dass Grundig bereits 1952 mit der 9010-Truhe einen Standard definiert hat, den bis zum Ende der Röhrenära bis auf die Truhen aus dem eigenen Haus kein anderes Gerät übertreffen konnte. Auch wenn die Grundigs mittlerweile ihre treuen Fans haben, sind sie immer noch stark unterbewertet.

    Um 1970 herum gab es nochmal eine ähnliche Ansage von Grundig, die bis heute keiner wirklich wahrgenommen hat – die HiFi-Komponentenanlage mit dem Verstärker SV140. Das war für die Zeit reinstes State Of The Art, und wird trotzdem bis heute in einen Topf mit Omas Küchenradio geworfen.

    Gruß Frank

  • Ich versuche es mal auf Deutsch. Die zwei kleine electrostatische Lautsprechern aus meine
    Grundig Zauberklang 5080 funktionieren nicht mehr. Gibt is hier noch eine gute Lösung?
    Kann ich diese kleine Lautsprecher noch irgendwo bekommen?
    Bitte ein mail zurück an: rijkeb@planet.nl (Bitte Verzeihe meine fehler)

    Herzlichen Gruss

    Jan

  • Grundig 5080
    Meine statischen Hochtöner haben hin und wieder Überschläge. Vor 7 bis 10 Jahren habe ich von einer niederländischen Firma Kondensator-Folie bezogen, (ca. A4 groß) habe aber noch keine Gelegenheit gefunden sie einzubauen zu versuchen.
    Halalie, zur Jagd im Netz!
    Boogie

  • Diogenes

    Frank,

    herzlichen Dank für Ihren Beitrag.

    Ich stimme in a l l e n Punkten vollständig zu!

    Sehr gut, daß sich endlich mal einer getraut hat, es so treffend zu formulieren!

    Viele Grüße,

    Diogenes

  • Diogenes

    Na, das wär‘ ja mal eine Idee, den „Fern-Dirigenten“ nachzubauen. Soo schwierig ist das ja nicht.

    Die Steckverbindung zum Chassis muß natürlich ebenso selbst gestrickt werden, aber sowas kriegt man ja hin.

    Auch die Baupläne des „Hifi-Strahlers“ wären interessant; kann die jemand besorgen?

    Oder alternativ die Photos davon liefern? Mit Abmessungen etc?

    Das wäre nicht schlecht…

    Und nun weiter im Gefecht mit 6,3Volt an den Heizfäden !

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