Doku über Reparatur und Aufbereitung

Über das Kontaktformular dieser Seite erreicht mich das Angebot, einen Grundig 5040 W/3D zu erwerben, nicht ganz billig, aber er fehlt ja noch in meiner Sammlung. Ein Stück bewundernswerte Technik, wie ich meine! Schon der Blick auf den elektromechanischen Senderspeicher erfreut den Radiosammler 🙂

Grundig 5040 W/3D

der Grundig 5040 W/3D

Leider fehlt dem Radio die Rückwand und der Lack ist grau und rissig geworden. Hier wird es wieder Spaß machen, das alte schöne Furnier zu neuem Glanz zu bringen. Das geht natürlich nur mit einer Neulackierung.

Grundig 5040 W/3D

der Zahn der Zeit nagt am Originallack

Vom technischen Aufwand her wird es sicher eine Herausforderung werden, den Senderspeicher zu überholen, alles nicht ganz einfach.

Grundig 5040 W/3D

alles riesig – der Lautsprecher – die Endröhre – das Gehäuse

Und hier noch ein extra Foto vom Stellwerk:

Grundig 5040 W/3D

Links baumelt eine Schraube *grübel*

Grundig 5040 W/3D

Chassis in der Sonne

Technische Daten:

Produktionsjahr 1954–1956
9 Röhren: ECC85, 2x EF89, ECC82, EM85, EBF80, EAA91, EF804, EL12
11 AM-Kreise +11 FM-Kreise
4 Lautsprecher, Ausgangsleistung 8 W
Gehäuseabmessungen (BHT): 706 x 444 x 318 mm
Senderspeicherung mit Motorabstimmung auf 7 Tasten: 1x LW, 2x MW, 2x KW, 2x UKW-Sender.
Gewicht 20.5 kg
Originalpreis 565.- DM

Schaltplan als Download (3 Mb)

9 Antworten auf Der Stellwerker

  • Avatar

    Derzeit bin ich dabei, für einen Bekannten ein solches Gerät zu reparieren und zu überholen. Leider hatte es vorher ein absoluter Pfuscher in den Händen und brutal vergewaltigt. So war es für mich eine große Herausforderung, die Original-Schaltung aufgrund abgezwickter Drähte und falsch angeschlossener Leitungen wieder herzustellen. Was sofort auffiel, war eine zusätzliche Kondensator-Batterie mit 3 x 400 µF für die Anodenspannung. Diese betrug nur noch 150 V. So wurde als erstes die Kondensatorbatterie entfernt und sämtliche Teer-Kondensatoren und verbrannten Widerstände ersetzt, ebenso der ausgelaufene Elko mit 2 x 50 µF/350 V und siehe da, die Anodenspannung betrug danach wieder + 245 V. Das Gerät spielte dann auf Anhieb (toller Klang!) und bekam auch ein neues Magisches Auge, jedoch anstelle der kaum noch erhältlichen EM 85 eine EM 80 (kleine Umverdrahtung erforderlich). Das gesamte Gerät wurde gründlich gereinigt und stellt nun so manche Stereo-Anlage in den Schatten, was den tollen Klang betrifft. so kann man nur hoffen, daß dieses Spitzengerät noch ein paar Jahre seinen Dienst tut und dem Besitzer wieder Freude bereitet.
    Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, daß die Überholung eines solchen Gerätes eine große Herausforderung ist und man viel (unbezahlte) Zeit hineinstecken muß – aber am Ende lohnt es sich!

    • Avatar

      Hi,
      I bought Grundig 5040w/3D radio online with the condition of „AS IS“
      Before turning it on I want to replace its capacitor but I don’t know capacitors I must replace.
      I have basic knowledge of electronics and can follow the instructions.
      I would appreciate if you please guide me how to restore this magnificent radio.

      Thank you!

      Sincerely,

      Sabtain Kazmi

      • Diogenes

        Good Afternoon Mr. Sabtain Kazmi,
        .
        this Radio is really a magnificent -NO: MAGICAL- Machinery !
        .
        Its not easy, to restore it. But its interesting and fruitful at the end of all the work, which You have to do. When everything necessary has been done, You’ll love it !
        .
        It sounds really like a „Juke-Box“ !
        .
        Now to Your Question:
        ALL , really A L L (!!!) „Paper-Capacitors“ and „Wax-Capacitors“ have to be replaced !!! The Capacitors „Styroflex“ and „Ceramic“ can remain.
        .
        Please be careful: Never ever touch the Skin of the „Styroflex“ with the Soldering-Iron, it dies immediatly ! Within 0,1 second ! It can happen „By Accident“, and when You didnt realized it, You enter a Hell of researchs….
        So, Please, make it sure, not to create such a situation.
        .
        Now the „Rectifier“ in the Power-Supply:
        It’s a „Selenium Rectifier“.
        Replace it to a modern „Silicon Rectifier“ and fix to it some Power-Resistor in line,
        to reduce the higher „Pulse-Voltage“.
        .
        After that the „Electrolytic Capacitors“ in the „Power-Supply-Curcuit“ (Loading and Smoothing/Sieving ???) have to be replaced. Modern „Electrolytic Capacitors“
        are much smaller than the old Types; so, You disconnect the wires from the original ones and place the new ones UNDER the chassis direct. There is enough space.
        .
        If You have more Questions, don’t hasitate to contact us. Only „My English“ is limited, but we do our very best.
        .
        We wish You all the Best by restoring this wonderful Magic-Radio !
        .
        Please allow me one question: In which country are You living ?
        .
        Greetings from Germany,
        Yours faithfully –
        Diogenes

        • Avatar

          Hallo Diogenes,

          moechte Deine Konversation mit Herrn Kazami nicht unterbrechen, ich hab nur gerade eine solche Monstermaschine in der Werkstatt. Eigentlich in gutem Zustand, neue Caps, mit Ausnahme des Elko, der muss raus und das Seleniumofenrohr auch. Danke fuer den Tip, wirklich super, habe mich gerade gefragt ob ich die wechseln soll.

          Could you suggest a replacement for the selenium rectifier and a value / power rating for the in line resistor ?
          Would it make sense to also put a fuse in that line , just to be safe ?
          Thank you very much, this is really useful information. This Grundig model is spectacular !
          I just put in a new EL 12 which I got from Conrad. Sounds good.

          Greetings !

          Max in England

          • Diogenes

            Guten Tag Herr Max Flury,
            .
            schönen Dank für Ihr Interesse an dieser alten Technik und dieser Web-Site.
            .
            Meine Muttersprache ist Deutsch. Meine Englisch-Kenntnisse reichen oftmals nicht aus. Also beantworte ich Ihre Fragen besser in meiner Sprache.
            .
            GLEICHRICHTER: Verwenden Sie einen gewöhnlichen Siliziumgleichrichter, wie z.B. „B380 C 1000“ oder ähnlich. Das sind „Rundbrücken“ wie etwa der „B380C1500“ o.ä. Diese Gleichrichter haben derart hohe Betriebsdaten, daß sie bei dem geringen Strombedarf in einem Röhrenradio quasi „Ewig“ halten. Außerdem bekommt man sie für wenige Cents.
            .
            VORWIDERSTÄNDE: In einen der „AC-Anschlüsse“ fügen Sie einen Keramikwiderstand „10ohm / 10Watt“ ein.
            .
            Zwischen den Pluspol des Gleichrichters zum Ladeelko fügen Sie 47ohm bis 150ohm (10 Watt) ein. Hier müssen Sie einfach probieren. Dazu messen Sie am besten nach Schaltplan die Spannung am Siebelko, bei eingeschaltetem Radio und einem stark einfallenden UKW-Sender und bei mittlerer Lautstärke. Die im Schaltplan verzeichnete Spannung muß erreicht, darf aber nicht wesentlich überschritten werden.
            .
            ELKOS: Verwenden Sie nur Qualitäts-Elkos 47µF/450Volt.
            Diese sind heutzutage ziemlich klein und passen unter das Chassis.
            Wichtig ist, daß die Original-Elkos ABGEKLEMMT werden; diese könnten im Betrieb mit Restkapazität oder zunehmenden Feinschlüssen zu erheblichen Problemen führen !
            .
            FUSE: Nein, das ist nicht nötig. Die Ersatzschaltung ist sauberer und haltbarer als die Originalschaltung.
            .
            EL12: Neu? Das ist nicht zwingend nötig. Nach der Sanierung und Prüfung unter Verwendung der NEUEN Endröhre einfach nochmal die alte Röhre probieren. Vergleichen Sie …
            .
            Mit besten Grüßen, und viel Erfolg auch …
            .
            Diogenes

  • Avatar

    Verbindlichsten Dank Herr Diogenes, das ist ja super, die prompte Antwort freut mich sehr.
    Habe ein Konto bei Conrad, hier ist die Katalogseite Gleichrichter, koennen Sie mir einen vorschlagen fuer den 5040 ?
    https://www.conrad.com/search?search=bridge%20rectifier&searchType=regular

    Haben Sie eine Quelle fuer Grundig Original Bespannstoff oder einen guten Ersatz ?

    Diese alten Radios aus Germany sind eine helle Freude ! Vielen Dank fuer Ihre grosszuegige Hilfe .

  • Avatar

    PS

    Die EL 12 war hinueber, Heizung kapput. Unter dem Netzteil ist viel Platz, genau, die alten Teile bleiben drin und die neuen Teile verschwinden unter dem Chassis. Ganz elegant.
    Ist ja eigentlich ein Kunstwerk, der 5040. Habe in den 70er Jahren Roehrenradios repariert in der Schweiz, die Einahmen halfen meine Horex Regina zu finanzieren. Das hat gekesselt, das alte Eisen. Jetzt bringe ich nach so vielen Jahren wieder einmal ein Roehrenradio auf .Trab.
    Habe mir stilecht auch eine Dose Kontakt 60 besorgt, fuer mich der Duft der alten Zeiten.
    Ist das schoen.
    Wenn der Grundig fertig ist tune ich auf eine Oldie Station und warte mit einer Flasche bis Frankie ‚Strangers in the Night ‚ singt und dann leer‘ ich die aus.
    Besten Dank fuer die Tips !

    Ich glaub ich schmeiss meinen Fernseher weg. So ein Grundig hat doch viel mehr Klasse.

    • d

      ALARM !!!
      .
      Um Himmels Willen !!! N I E M A L S (!!!) „KONTAKT 60“ ! ! ! ! ! ! ! !
      .
      N I I I E E E M A AALS ! ! ! ! ! ! ! !
      .
      Ich weiß was Sie meinen; den „Duft“ der 60er und 70er in den alten Radio- u. Fernsehwerkstätten. Der größte Fehler aller Zeiten war u. ist „K60“ und Konsorten !!!
      .
      Wenns denn sein muß, nehmen Sie mal ab und zu ein „Näschen“, aber bitte weit weit weg von irgendwelchen Radio- Fernseh- u. Elektrogeräten !
      .
      „K60“ ZERSTÖRT Kontakte und Widerstandsbahnen, und zwar auf irreversible Weise.
      Auch Leiterplatten, Steckverbindungen und RÖHRENFASSUNGEN werden unwiderbringlich zerstört ! (Pertinax, Bakelit etc., geschichtete Isoliermaterialien)
      .
      Einmal angewendet, läßt sich „K60“ nie mehr aus den befallenen Isolierstoffen vertreiben ! Es ist ebenso niederohmig und führt -grade ich porösen Isoliermaterialien-
      zu enormen Kriechströmen und Spannungsübergängen. Ferner ist es hochendzündlich, was grade bei Röhrengeräten, die mit Hochspannung arbeiten, höchst gefährlich ist.
      .
      Das war jetzt eine „Not-Antwort“; auf die beiden anderen Berichte gehe ich später ein.
      .
      Mit freundlichen Grüßen,
      .
      Diogenes

  • Avatar

    Habe vor lauter Begeisterung vergessen mich vorzustellen, Max Flury aus der Schweiz. Lebe in England.
    Freue mich sehr !
    Als Schuljunge hatte ich einen Sondyna, Schweizer Fabrikat, hergestellt von Willy Studer. Nachts mit dem Kopfhorer ging ich surfen auf Kurzwelle und Mittelwelle. Das vergisst man einfach nicht !

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