Doku über Reparatur und Aufbereitung

Diesen ungewöhnlichen Empfänger bekam ich günstig von Josef V., der Grundig 4004 W besitzt zwar schon UKW, hat aber neben den 3 „normalen“ noch 4 Stahlröhren verbaut. Das Gehäuse ist noch ganz gut in Schuss, nur die Oberseite sieht aus, als wenn sich schon jemand mit Abbeizen versucht hätte.

Grundig 4004 W

der Grundig 4004 W

Alles scheint komplett und es wird wieder eine Freude werden, diesen Grundig zu überholen und zu neuem Glanz zu verhelfen.

Grundig 4004 W

tolles Furnier von Grundig

Auch die Rückwand sieht noch richtig gut aus:

Grundig 4004 W

Rückwand vom Grundig 4004 W

Von innen an der Rückwand klebte der Schaltplan, den es auf dieser Seite unten als PDF zum downloaden gibt. Nun der erste Blick aufs Chassis:

Grundig 4004 W

Chassis vom Grundig 4004 W

Ein wahrlich ungewöhnlicher Anblick: eine seltene „Röhrenmischung“ . Die EL12 als Endstufe bürgt hoffentlich wieder für kräftigen Klang?

Grundig 4004 W

Stahlröhren und Glasröhren – eine Mischbestückung

Technische Daten:

Produktionsjahr 1951/1952
8 Röhren: 2xEF11, ECH11, EBC41,  ECF12, EAA11, EL12 und EM11
9 AM-Kreise + 8 FM-Kreise
Gehäuseabmessungen (BHT): 644 x 384 x 272 mm
Wellenbereiche: 1x LW, 2× MW, 3× KW, 1x UKW
Originalpreis damals 498 DM

Hier der Schaltplan als pdf zum downloaden
und hier das Komplettpaket (Reparaturhelfer)

Eine Antwort auf Mit UKW und Stahlröhren

  • Diogenes

    Ein sehr schönes Gerät von Max.

    So ungewöhnlich ist diese Art Röhrenbestückung während dieser Fertigungssaison allerdings nicht.

    Die Stahlröhren waren sehr ausgereifte Bauteile dieser Zeit, entwickelt während der Vorbereitung zum 2.Weltkrieg, als es wichtig war, Röhren einerseits deutlich zu verkleinern und andererseits die Systeme ansich wesentlich robuster zu fertigen . Gleichzeitig war ein solider Metallmantel gefragt, um die Röhren vor äußeren, mechanischen Einwirkungen zu schützen.

    Bei den Bemühungen der Entwickler, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ergab sich auch eine völlig andere Bauform der Röhren selbst, und deren Fassungen. Die Kontaktstifte sind griffiger, der Röhrenkolben wird an der UNTERSEITE evakuiert, der kodierte Zentrierstift verbirgt den Pumpstutzen und gibt der Röhre gleichzeitig einen bombenfesten Halt in allen Richtungen. Ein Kippen oder Taumeln wie bei den bis dahin gängigen „Außenkontaktfassungen“ (Zehensockel) bzw. „Europasockeln“ wurde damit ausgeschlossen.

    Dann wurden hundertausende Fassungen u. Sockel gefertigt; von den Röhren mal ganz zu schweigen. Natürlich hat die Rundfunkindustrie nach 1948, als die Freigabe zur Herstellung von Radios stattfand, auf solche Bestände bzw. Fertigungsmöglichkeiten zurückgegriffen.

    Zu erwähnen ist auch noch, daß diese Technik der Sockel und Fassungen sinnvollerweise auch auf „normale“ Glaskolbenröhren übertragen wurde. Man denke nur an die legendären „VCL11“, „EM11“, „AZ11“ usw. usw.

    Nun heißen alle Sockel und Fassungen dieser Generation „Stahlröhrensockel“, auch wenn da eine Glaskolbenröhre wie z.B. EL12 , EM11 usw. drinsteckt.

    Also ist das in diesem Fall hier -abgesehen von der kleinen Rimlockbirne „EBC41“- nämlich gar keine Mischbestückung.

    Wir haben also sozusagen SIEBEN „Stahlröhren“ und EINE „Rimlockröhre“.

    Achten Sie bitte unbedingt auf die Netzspannung! 230Volt können ganz schön was anrichten !

    Nun werde ich mich in mein Faß zurückziehen. Flaschenpost öffne ich erst morgen.

    Gruß an Tilo und alle anderen Radiotechnischen Fossilien….

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