Doku über Reparatur und Aufbereitung

So langsam bekam ich nach den 2 „kleinen“ Radios Lust auf mal einen richtig großen Trümmer! Da fand ich im Onlinemarkt eine Annonce von einem Grundig 5050W, das war genau das richtige für mich! Allerdings erkannte man auf den Fotos schon, wie z.B. verbastelt das Gerät war. Vermutlich war einmal das Skalenseil gerissen und man hat einfach ein Loch durchs Gehäuse gebohrt und die Welle verlängert.

FM-Abstimmung

vermurkste FM-Abstimmung

FM-Abstimmung

wenigstens die Seiltrommel ist original

Da werde ich mir Gedanken machen, wie man später das Loch wieder verschließt. Allgemein weist das Gehäuse viele Kratzer auf, also muss ich es diesmal komplett abbeizen und wieder versiegeln, verbunden mit viel schleifen

Gehäuse 5050W

Kratzer im gesamten Gehäuse

Gehäuse

Oberseite des Grundig 5050W

Heute, am 08.01.2011 kam auch schon das Päckchen vom shop.antikradio-restored.de , obwohl ich erst vorgestern bestellt und überwiesen habe, wirklich schnell der Versand da. Naja, ich will es gut mit meinem 5050W meinen, er soll es dann mal gut haben, mit all seinen neuen Röhren. Beim Anblick des Skalenseils sehe ich schon die Stunden vor mir, die ich diesem Geduldsspiel widmen werde. Vielleicht ist ja schönes Wetter, damit Frau und Kind unterwegs sind und ich mich konzentrieren kann. Der Seillaufplan liegt schon auf dem Basteltisch, aber gemacht habe ich das auch noch nie.

Ein Päckchen aus Bad Oeynhausen - Ersatzteile

Ein Päckchen aus Bad Oeynhausen – Ersatzteile

 

Bedienungsanleitung Grundig 5050W

Bedienungsanleitung als PDF – Downoad weiter oben

Mittlerweile habe ich angefangen das Gehäuse abzubeizen, es hat sich allerhand angesammelt, was sich mit der Spachtel als zähe braune Pampe lösen lässt. So sieht die Oberfläche nach 2 Durchgängen aus:

Abbeizen des Gehäuses

Abbeizen des Gehäuses

Während dessen schraubte ich schon mal die Lautsprecher von der Schallwand und da bot sich mir folgendes trauriges Bild:

Grundig 5050W Lautsprecher

Elektrostatische Hochtöner im Lautsprecher

Die hat es voll zerrissen! Da ist auch nix mehr zu retten, nur die Lautsprecher sind noch OK. Die Arbeiten am Chassis gestalten sich auch sehr schwer, es wurde einiges geändert und wild neu verdrahtet, da gestaltet sich die Fehlersuche sehr erschwert, weil vieles nicht mehr mit dem Schaltplan übereinstimmt. Das Stahlseil für den UKW-Teil ist auch schon fertig montiert, aber das Textilseil benötigt noch mehr Spannung auf der Rolle. Hatte mir im Anglerzubehörladen um die Ecke 0,5mm-Seil 10 Meter für 1 Euro geholt, das sollte gehen.

Mittlerweile denke ich über einen Kauf eines anderen 5050W nach, um all die Ersatzteile und auch ein originales Chassis zu bekommen, leider sind die Preise bei Ebay mittlerweile utopisch.

Auf Empfehlung eines anderen Boardmitgliedes (Danke fischisurfer!) besorgte ich mir bei Ebay ein Paar 13 mm Hochtöner Heco HT13XPC435 S (30 Watt max), was auch nicht teuer war. Ich habe dann aus Lochblech 4 Winkel gebogen und dann die Hochtöner in die großen Lautsprecher eingebaut. Gut, es ist nicht original, aber die Elektrostaten zu reparieren, würde sicher den Rahmen sprengen. Der Klang soll gut sein und sehen kann man die modernen Hecos wegen dem Stoff der Schallwand ja sowieso nicht.

Heco-Hochtöner im Originallautsprecher

Heco-Hochtöner im Originallautsprecher

Inzwischen habe ich auch auf dem Gehäuse nach dem Abbeizen und Abschleifen die erste Lage Klarlack aufgetragen, morgen kann ich sie mit 1000er Schmirgel erneut anschleifen und dann wieder eine Schicht Klarlack (von 5!) aufbringen – mühsam geht es voran.

Erste Lage Klarlack

Erste Lage Klarlack

Update 24.03.2011
Habe günstig einen zweiten funktionierenden Grundig 5050W bekommen, die Unterschiede in der Beschaltung und der Bauteile sind frappierend! Ich überlege nun, ob ich das alte verbastelte Chassis dem Neuerwerb komplett nachbaue, um sicher zu sein, dass es funktioniert.

Update 22.04.2011
Kondensatorkur und Gehäuserestauration an beiden Grundig abgeschlossen! Trotzdem brummt der alte zuerst erworbene verbastelte 5050W weiterhin, obwohl ich alles verglichen habe und Fehler in der Verdrahtung/Schaltung fast ausgeschlossen sind. Da habe ich mal so zum Test beide Röhrensätze getauscht und in den gut funktionierenden die Röhren vom Brumm-Grundig eingesteckt – und siehe da – die gleichen Symptome!!!
Nach einigen Hin- und Hersteckvorgängen konnte ich herausfinden, welche Röhre dieses Chaos verursacht: die alte Lorenz EABC80!
Weiterhin stellte ich fest, dass ein Lautsprecher des alten 5050 totale Knarrgeräusche verursacht, als wenn ein Fremdkörper zwischen Spule und Magnet sitzt. Dafür habe ich momentan noch keine Lösung.

Hier mal ein paar Fotos vom 5050:

Grundig 5050W

der restaurierte 5050W

Zwecks Lackierung fuhr ich in der Nähe liegende Autolackierwerkstatt, um zu fragen, ob man das Gehäuse nicht da lackieren lassen kann, denn eine Hochglanzlackierung passt gut zu dem schönen Furnier. Leider würde es beim Trocknungsprozess Probleme geben, erklärte mir der Chef der Lackiererei. Leider dürfen sie Kunstharzlacke nicht mehr verarbeiten, sondern nur noch wasserlösliche mit Zusatz von Härter. Das ganze wird dann bei 70°C getrocknet und da würden sich die Luftblasen im Holz wahrscheinlich lösen und dabei Luftblasen im Lack aufwerfen.
Also habe ich die Seiten und Vorderfront mit Spraydose lackiert und die Oberseite mit der Rolle. Das Ergebnis mit der Spraydosenlackierung überzeugt nicht gerade vom Glanz her. Vermutlich muss man 2 Dosen versprühen auf >5 Dürchgängen, da der Lack in der Spraydose stark verdünnt ist.

Grundig 5050W

Sauberer Originalstoff der Schallwand

Natürlich gönnte ich dem Boliden auch ein Russinnen-Paar EL84 und die EM35 wurde ebenfalls ersetzt. Die Elektrostaten des neueren Grundigs funktionieren auch noch einwandfrei, jedoch reichen sie nicht an eine saubere Wiedergabe eines Hochtöners heran. Um den Klang im Hochtonbereich zu verbessern bohrte ich ein 30mm Loch in die Schallwand und befestigte dahinter einen Heco-Hochtöner, der über Frequenzweiche zusammen mit den anderen Lautsprechern gespeist wird. Der Klangunterschied ist beachtlich im Bereich der Höhen!

Grundig 5050W

Der Grundig in der Sonne

Bald werde ich mich mit der Fertigstellung des ersteren Grundig beschäftigen, aber erst, wenn ich eine Lösung für den knarrenden Lautsprecher gefunden habe.

Der Klang des Grundig 5050W ist sehr kraftvoll, im Bassbereich lässt er keine Wünsche offen, aber im Hochtonbereich könnte es höher aufgelöst sein. Dies kann man verbessern, wenn man zusätzliche Hochtöner verbaut.

Technische Daten:

Baujahr 1953/1954
12 Röhren: 2 x EL84, EF80, EC92, EC92, 3 x ECH81, EM34 oder EM35, EAF42, EABC80, ECC81
8 AM-Kreise und 11 FM-Kreise, Langwelle, Mittelwelle, mehrere Kurzwellenbänder, UKW
4 Lautsprecher (2 davon Elektrostaten)
Gehäuseabmessungen: 72 x 46 x 32 cm

Downloads:

Schaltplan Grundig 5050W (pdf; 1 Mb)

Reparaturhelfer Grundig 5050W (pdf, 5Mb)

Grundig – UKW – Sendertabelle (pdf; 1 Mb)

Bedienungsanleitung Grundig 5050W (pdf; 1,5 Mb)

 

Probleme mit dem Lautstärkeregler:

Vor kurzem hatte ich einen 5050W zur Reparatur, der u.a. ein Problem mit dem Lautstärkepotentiometer hat. Dies setzte zwischen leiser und kräftiger Zimmerlautstärke komplett aus. Scheinbar tritt dieses Problem nicht sehr selten am Grundig 5050W auf, denn ich fand durch die Internetsuche die Seite von Dr. Eckart Viehl und seinen Bericht über das selbe Problem.
Allerdings stand mir kein „Schlachtchassis“ mit dem selben Poti zur Verfügung und auch das Vorhaben, den kompletten Skalenhintergrund und somit die Seilführungen zu demontieren, ließen mich erschauern. Hier muss eine weniger knifflige Lösung her!
Das Esatzpotentiometer in Tandembauform aus der Ersatzteilkiste besitzt allerdings nur 2x 500 kOhm und auch die Achse ist nur sehr kurz und ein Schraubgewinde ist auch nicht vorhanden.
An dem defekten Potentiometer im Grundig sägte ich brutal die alte Achse durch, so konnte es dann ohne Aufwand zwischen Skalenhintergrund und Chassis herausgenommen werden.

altes und neues Potentiometer

Lautstärken-Potentiometer (links der Ersatz)

Um auf die geforderten 650 kOhm zu kommen, lötete ich einen 150 kOhm wiederstand dazwischen. Leider hat der Ersatz keine Anzapfung, die eigentlich für die „Loudness-Schaltung“ zuständig ist. Aber das ist sicher zu verschmerzen.
Von einem weiteren Potentiometer aus meiner Bastelkiste besorgte ich mir dann die Abdeckplatte mit Gewinde. Die Kunststoffachse habe ich auf die Standard-6mm Achsdurchmesser herunter geschmirgelt und die beiden Laschen umgebogen. So konnte es nun ans Einbauen gehen, später wird dann mit einer Achsverlängerung die Achse verlängert.

Lautstärken-Potentiometer

Nun auch mit Verschraubung

Das zweite hintere Potentiometer hat die Aufgabe der Schwundregelung für AM/KW.

Potentiometer

Potentiometer – Achsverlängerung

So gestaltete sich der Einbau wesentlich einfacher, weil auch das Ersatzpoti viel kleiner als das Originalteil war.

 

Poti

Einbau des Erstzpotentiometers

Der grüne Draht dient der Masseverbindung vom Poti-Gehäuse zum Chassis.
Leider findet durch die Verlängerung der Poti-Achse die Hülse für die Seilführung der Ferrit-Antenne keinen Platz mehr, da die Achsmuffe dafür zu dick und zu lang ist.

Potentiometer

Achsverlängerung

 

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Wieder eine Überholung eines 5050W im Mai/Juni 2013:

Grundig 5050W

Ausgangszustand des 5050W

Komplette Demontage – mein Reparaturständer für das Chassis muss wieder bis auf die letzte Rille nach außen gesetzt werden, bei der Größe dieses riesigen Chassis.
Der Bedarf an neuen Elkos und Kondensatoren wird sicher wieder tiefe Löcher in meinen Bestand reißen…

Grundig 5050W

Grundig 5050W

da gibt es viel zu tun!

Grundig 5050W

nicht immer einfach, an alle ran zu kommen

Neben all den zweifelhaften und defekten Kondensatoren und Elkos, die ich getauscht habe, macht mir auch der alte Gleichrichter Sorgen. Beim Probelauf am Trenntrafo lieferte er nur noch ca. 160 Volt, die Sollspannung sollte 300 V betragen! Daher befüllte ich das alte Selen-Gleichrichter-Gehäuse mit einem neuen Brückengleichrichter und schaltete noch 4 x 4,7 nF Kondensatoren mit 1000 Volt Spannungsfestigkeit zum Entbrummen parallel zu den Ein- und Ausgängen.

Gleichrichter

Gleichrichter

die originalen Innereien

Gleichrichter

Gleichrichter

Platine bestückt mit Brückengleichrichter und Kondensatoren

Gleichrichter

abenteuerliche Verkabelung

Gleichrichter

fertige Platine mit Zu- und Ableitungen

Gleichrichter

isoliert, eingepasst und umgebördelt

Die Platine habe ich komplett einisoliert und mit Schaumstoff in dem alten Gleichrichtergehäuse versenkt. Da der neue Gleichrichter wesentlich niederohmiger ist, muss nun eine Anpassung an das Stromnetz (230 Volt) erfolgen. Bei der Verwendung eines 15 Ohm-Widerstandes zwischen Gleichrichter und Netzelko stellten sich die vorgeschrieben Spannungswerte optimal ein. Auch die 6,3 V Heizspannung ergaben sich automatisch, nachdem das Radio auf 240V-Betrieb umgestellt wurde.
So, nun sind 35 Kondensatoren getauscht und ein neuer Netzelko verbaut, nun kann auch die neuwertige EM34 eingesetzt werden, die der Besitzer seinem 5050W mitgegeben hat. Es ist eine französische Röhre der Firma Cifte, die etwas gelblich leuchtet.

Grundig 5050W

35 Kondensatoren wurden „ausgegraben“

Grundig 5050W

Lemon-Leuchtbild der EM34 von Cifte – Zitronenauge?

Grundig 5050W

Funktionsprobe i.O.

Grundig 5050W

Zum gelben magischen Auge passt der blaue Netzelko 🙂

Nun geht es um das Gehäuse. Die „Regenrinne“ zwischen Dach und Seitenteilen verliert langsam seine bröselige schwarze Farbe. Also Abkleben, Schmirgeln und neu lackieren!

Grundig 5050W

Ablösen und schmirgeln

Grundig 5050W

Schwarzer Lack in seidenmatt

Grundig 5050W

langsam fängt er an zu glänzen – Fleißaufgabe

So, nun hab ich ihn wieder zusammengebaut und muss sagen, dass er wieder laut und kräftig klingt. Beide Elektrostaten funktionieren noch, also brauch ich mir keine Gedanken über den Einbau von Höhenlautsprechern zu machen. Da wir mal kurz Sonne hatten, habe ich ihn auch gleich ins rechte Licht gerückt und ein kleines Fotoshooting gemacht. An dieser Stelle beste Grüße an Herrn Seidel, der sicherlich wieder unbeschwert seine Freude an diesem schönen Gerät haben kann!

Grundig 5050W

Grundig 5050W

Grundig 5050W

Grundig 5050W

Grundig 5050W

Weil der Grundig von Herrn Seidel so gut erhalten ist, war es auch nicht nötig, das Gehäuse mit viel Aufwand neu zu lackieren. Ich habe es nur

  1. mit Glasreiniger gereinigt
  2. mit Möbelpflegemittel für Farbauffrischung behandelt
  3. mit Wallnussöl mehrfach „beschichtet“
  4. mit Schleifwachs geglättet
  5. mit Hartwachs poliert und versiegelt

Auch das Messing konnte nach einigen Stunden durch Polieren wieder im alten Glanz erstrahlen.

14 Antworten auf Mein Komapatient – Grundig 5050W

  • Hartwig

    Hallo Tilo Graupner,

    das ist ja ein Super Gerät; man kann nicht zögern, daran zu arbeiten, ganz klar. !

    BRUMMEN:
    Es kommt vor, daß bei einer EABC80 „Gasbildung“ (selten) oder auch ein „Faden/Kathodenschluß“ (hier und da) zu Brummen führt. Da die EABC80 demnächst wahrscheinlich nicht mehr als wirklich gute Röhre zu bekommen sein wird, sollte man solche nicht wegen eines F/K-Schlusses wegwerfen. Da kann man schon mal was machen.
    Ich werde darauf später noch einmal eingehen.

    ENDRÖHREN (EL84)
    Sie brauchen ein Röhrenprüfgerät. Sowieso.
    In diesem Anwendungsbereich genügt ein „Kathodenanlauftester“, auch „Röhrentester“ genannt.

    Einfach EL84 gegen „irgendwelche“ Röhren -auch wenn sie neu sind- zu ersetzen, kann ein Fehler sein. Das mag jetzt mißverständlich klingen; aber die beste EL84, die je gebaut wurde, ist von TELEFUNKEN. (Keine Werbung; nur berufliche Erfahrung mit alten Röhren und Geräten !)

    Das gleiche gilt übrigens für ECC81, ECC82, ECC83, ECC85, EL95, ECL86, ELL80, ECLL800 (alle von TFK) usw. Diese Röhren sind klanglich unschlagbar ! (Keine Werbung; nur berufliche Erfahrung mit alten Röhren und Geräten!)

    Mit einem geeigneten Röhrentester läßt sich sehr viel gutes erreichen. Es sind nämlich nicht immer Röhren wirklich unbrauchbar, auch wenn sie so erscheinen. „Messen heißt wissen !“

    HOCHTÖNER / ELEKTROSTATEN
    Elektrostaten sind schon mal problematisch, besonders durch simple Alterung. Es können aber auch „moderne“ Gründe für die Zerstörung v. Elektrostaten sorgen. Hier ein Beispiel:

    Selbst habe ich vor etwa drei Jahren einen GRUNDIG TYPE 3059 in einem prächtigen Erhaltungszustand reinbekommen.

    Die Aufbereitung war recht unaufwendig. Kondensator-Sanierung, Reinigung, eine Röhre hier, eine Röhre da. Die beiden Elektrostaten arbeiteten ebenfalls einwandfrei. Probelauf von etwa zwei Wochen war auch kein Problem.

    Ein Freund „bekniete“ mich; er wollte das Gerät unbedingt haben. Wir wurden handelseinig, er trug das Gerät nach Hause.

    Zwei Wochen später dann der Notruf: „Keinerlei Höhen mehr, jammer jammer!“

    Gerät zurückgeholt, Diagnose: Beide Elektrostaten zerstört ! Warum ?

    Nach mehreren Befragungen gab der „Anwender“ zu, das Gerät mit einem CD-Player als Tonquelle betrieben zu haben.

    Aha !

    Lange Rede kurzer Sinn; ich habe dem Gerät zwei PIEZO-HÖRNER verpasst. Ohne Treq.-Weichen bzw. Vor-Kondensator.en. —> An dieser Stelle sollte man sich Gedanken darüber machen, ob man nicht besser Piezo-Hochtöner als Ersatz verwendet; die eigentliche Piezo-Kapsel läßt sich einfach vom Horn abschrauben und anders verwenden, beispielsweise in den Originalkörben der Ursprungslautsprecher.

    In meinem nächsten Bericht werde ich u.A. über KONDENSATOREN schreiben.

    Mit den besten Grüßen an Tilo Graupner und alle Radiofreunde

  • Diogenes

    NACHTRAG zum Thema ELEKTROSTATEN

    Man sollte berücksichtigen, daß die Elektrostaten nicht die Impedanz des Ausgangsübertrager ohmisch beeinflusst haben. Ein nun dazugeschalteter dynamischer Hochtöner tut das sehr wohl.

    Man sollte ggfs. dem „Hauptlautsprecher“ einen Vorwiderstand verpassen, der dafür sorgt, daß die GESAMTIMPEDANZ der durch das Hinzufügen eines dyn. HT’s neu entstandenen Lautsprechergruppe zur Impedanz des Ausgangsübertragers passt.

    Piezo-Hochtöner sind unkritischer verwendbar. Aber auch hier kann eine Anpassung sinnvoll sein (Elko od. Vorwiderstand….; ausprobieren…)

    Kleine Faustregel zur Ermittlung einer Lautsprecherimpedanz:

    Lautsprecher mit Multimeter „messen“: Im Ohmbereich gemessener Widerstand mal 1,25 gleich Impedanz . (Natürlich OHNE vorgeschaltete Kondensatoren)

    -Vorläufiges Ende-

    T E E R B O M B E N :

    Nun kommt noch ‚was zu diesem Thema :

    Moderne Kondensatoren sind deutlich kleiner u. dünner als die Kos aus den 40er u. 50er Jahren.

    Das sieht manchmal recht „mickrig“ aus, wenn unterm Chassis plötzlich kleine gelbe Plastickröhrchen zwischen Lötfahnen regelrecht „herumhängen“.

    Ferner ist zu berücksichtigen, daß ernsthafte Restaurations-Freaks ausschließlich Originalbauteile in den Geräten wissen wollen.

    Da gibt es Abhilfe.

    Teerbomben ausbauen, erhitzen, Teer (eigentlich ist es Pech) herauslaufen lassen und auffangen, den dort eingefügten Kondensatorwickel an einem seiner Anschlußdrähte herausziehen und wegschmeißen. (Heute sagt man „entsorgen…)

    Nun alles optisch gut herrichten, einen modernen Kondensator nehmen und neu in der alten Pappröhre vergießen, fertig !

    Zum Verguß lässt sich natürlich die zuerst aufgefangene Teermasse neu verwenden, es stinkt allerdings sehr. Alternativ geht ganz gut ein Heißklebestift (gibts in schwarz)

    Fertig ist der uralte, nagelneue Kondensator..

    Natürlich geht das auch mit ELKOS; ist nur reichlich schwieriger..

    Bis demnächst und weiterhin viel Spaß mit den Vakuum-Röhren !

  • Super Bericht.
    Erinnert mich an alte Zeiten, als ich 12 Jahre alt war. Damals kam meine Tante mit völlig verweinten Augen zu Besuch und sagte, das ihr Grundig (welcher das war, weiß ich nicht mehr) nicht funktionieren würde. Ich sagte, ich mach das, obwohl ich von der Technik kaum Ahnung hatte.
    Also hatte ich mich damals mit der Röhrenempfangstechnik fast ausschließlich beschäftigt, lernte ohne Ende und konnte das Radio ein Jahr später repariert, ich war stolz ohne Ende, an meine Tante übergeben.
    Zum Beruf wurde meine Fähigkeit leider nicht.
    Ich habe seit 30 Jahren einen Grundig 2070 Zauberklang, der bis auf die sogenannten Hochtöner einwandfrei funktioniert.
    Heute beschäftige ich mich vorwiegend mit dem Preceiver XC 65 und den Aktivboxen 40.

    Vielleicht ganz interessant: Die Grundig Nachkriegsgehäuse stammen vorwiegend von der Firma Steingräber, also eine Firma, die vor dem zweiten Weltkrieg eigentlich Klaviere hergestellt hat.
    Nach dem zweiten Weltkrieg war die Auftragslage dermaßen schlecht, so das Steingräber erstmal Radiogehäuse für Grundig hergestellt hat, um sich „über Wasser zu halten“. Was die Restauration des Gehäuses angeht, würde ich aus meiner Sicht einen Tischler fragen. Auch ich hatte damals mal ein Gehäuse „repariert“ und war damit sehr unzufrieden.
    Über den 5050 habe ich einiges gelesen, würde gerne ein völlig schrottreifes Gerät reparieren.
    Hatte zum Beispiel die zerstörten ELL 800 von einem Bruhns durch vier EL 84 mit veränderter Verdrahtung ausgetauscht. Funktionierte einwandfrei.
    Gruß Thomas

  • hi, my grundig 5050’s dial is broken .can you send me the HD pictures of dial ?thanks a lot.

    • Hello Franklin,
      i upload the repair guide, you must download the pdf with the name „Reparaturhelfer Grundig 5050W (pdf, 5Mb)“. Then you get the dial pictures inside!
      Good luck!
      Tilo

  • Hallo
    Ich habe zwei 5050w
    1- 5050w – Sound ein Bass.
    2 – 5050w – Sound ein hohen.
    Mit zunehmendem Volumen. Beide spielen richtig (richt Sound)!
    Das für Details? Wo ist der Fehler?

    P. S. Auf ein Radio, ersetzt alle Kondensatoren.
    Es hat nicht geholfen!

  • Diogenes

    GENA’s Vortrag ist recht undeutlich; ich verstehe so gut wie nix.

  • Als Ergänzung zum Beitrag über den 5050W berichte ich über die Reparatur bzw. Austauschs des Lautstärkenpotentiometers (ganz am Ende des Artikels), was anscheinend eine Krankheit dieses Gerätes ist.
    Das ganze wäre ja nicht so schlimm, wenn man vernünftig da heran kommen würde. Es gleicht einer Operation – mit Wurstfingern wird da nichts:)

    • Diogenes

      Zu Tilo’s Beitrag v. 25. Febr. 2013 um 23:51

      Richtig. Es kommt aber manchmal auch auf die Wurst an. Mit „Curry-Wurstfingern“ kann sowas nämlich sogar klappen. Hähähä…

      In diesem Zusammenhang wollt‘ ich nur mal an HERBERT GRÖNEMEIER erinnern; einen der großen Stars der „gebrauchten Bundesländer“ . In den „neuen Bundeskändern“ wird die Currywurst ja nicht besungen…

      OK;

      Na, da hatten wir ja großes Glück, daß ich noch ein geeignetes Tandempoti 2x500kohm u. einen Widerstand 150kohm im Bestand hatte, die ich dem Tilo schicken konnte, um ihm zu ermöglichen, daß Gerät immerhin wieder in Funktion bringen zu können. Ich helfe gerne aus, wenn ich die passenden oder adäquaten Bauteile in meinem Bastelbestand vorrätig habe.

      Die Instandsetzung des alten Grundig-Gerätes hat Tilo jedenfalls unter Verwendung meiner Bauteile sehr gut hingekriegt, Kompliment !

      Weiter so !

      „Bis die Nächte“, laßt die Röhren schön glühen, aber an der richtigen Stelle !

  • Diogenes

    Außer bei den Netzelkos und evtl. der Elkos in der Folgesiebung wäre ich etwas zurückhaltender.

    Besonders die NV-Elkos (bis ca. 60V) sind oft noch sehr gut. Diese zu erneuern, wäre eine Schande, allein schon optisch; die modernen Typen kann man ja kaum noch sehen….

    Dennoch: Tolle Kiste.
    Viel Spaß beim Erfolg, den Sie sicher wie üblich haben werden !

    Gruß aus dem Faß

    • Hallo,
      jo, die Kathodenelkos habe ich erst einmal drin gelassen, mal sehen bzw. mal hören wie er klingt, wo doch drumherum alles neu ist. Es sind Elkos mit Grundig-Aufdruck 😉

  • Diogenes

    KOMMENTAR ZUM „ENTBRUMMEN“ des Ersatz-Gleichrichters:

    Der Begriff „Entbrummen“ ist leicht mißzuverstehen. Es geht dabei NICHT um die Siebung im Netzteil -also der gesamten Versorgungsspannung des Gerätes- sondern um die mögliche Einstrahlung der Netzfrequenz in den AM-Bereich (KW, MW, LW).

    Ließe man diese Parallelkondensatoren weg, gäb es kein Brummen im FM oder Phono-Betrieb, aber im AM-Betrieb.

    Nun noch eine Aussage zur Anpassund des neuen Gleichrichters:

    Hier geht es NICHT um eine Anpassung an neue Netzspannungsverhältnisse; selbst bei gleich gebliebener Netzspg. wäre diese Anpassung ein „Muß“.

    Der Siliziumgleichrichter ist niederohmiger und auch „schneller“ als der Selen-Typ. Die Spannung hinter dem Gleichrichter wäre also generell höher als in der Schaltung verlangt. Insbesondere die „Leerlaufspannung“, also die Spannung, die direkt nach dem Einschalten des Gerätes auftritt, wenn die Röhren noch kalt sind und keinen Anodenstrom ziehen, kann gefährlich hoch sein u. Bauteile beschädigen.

    Deshalb ist ein Widerstand erforderlich. Die Höhe des Widerstandes sollte immer im Einzelfalle experimentatorisch „ermittelt“ werden, und sollte anschließend ins Schaltbild eingetragen sein.

    Maggi-Auge: OH OH…. eine französische Variation, wie aufregend ! Diese Anzeigeröhre ist natürlich auch vom System her die Glanzlösung, weil sie über beide Schattenbilder verfügt. Das können die inzwischen üblichen Ersatztypen nicht.

    Nun, diese Originalität ist für dieses Gerät natürlich das „i-Tüpfelchen“.

    Jedoch würde ich -angesichts der äußerst schwierigen und auch noch überaus kostspieligen Beschaffungslage dieser Röhre- einen Schalter installieren, mit dem man die Schirmgitterspannung (oder der Einfachheit halber die Heizspannung der Röhre) abschalten kann. Miniaturschalter passen sehr gut durch eins der vorhandenen Löcher in der Rückwand, sodaß diese nicht beschädigt werden muß.

    Sehr zu empfehlen; denn wer guckt schon die ganze Zeit auf die Anzeige?

    Wenn es nur um „Grünes Licht“ gehen sollte, so läßt sich auch eine Kühlschrankbirne 230~/5W bemalen (Glühlampen-Tauchlack) und von hinten in die Öffnung basteln. Passt tatsächlich. Die Fassung der ursprgl. Röhre wird in ein Plastiktütchen verpackt und an die Seite gelegt.

    Der Laie staunt und der Fachmann wundert sich….

    Diesen kleinen Tip kann der Tilo vielleicht in die Rubrik „Mag.Auge“ übertragen ?

    So, nun schön weiterbasteln.

    Sommerliche Grüße an alle Leser….

    • Diogenes

      … ach so; WARUM sitzt die neue Anzeigeröhre denn überhaupt SCHIEF im Gerät?
      .
      So war das doch ursprünglich nicht vorgesehen…

  • Hallo Herr Graupner,
    was ich hier sehe lässt meine Herzfrequenz schon jetzt höherschlagen!!! Ich freue mich sehr auf das restaurierte Gerät. Einfach spitze!!!! Findet übrigens meine Tochter auch.
    Bis dahin und viele Grüße.
    Alexander Seidel

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