Doku über Reparatur und Aufbereitung

Die Neuerung von Graetz im Jahre 1956 bestand in der Einführung des „Schallkompressors“. So ein Exemplar fehlte mir natürlich noch in meiner Sammlung. Also schlug ich zu, als dieses Graetz Sinfonia 4R/422 von einem Dampfradioforumkollegen für kleines Geld angeboten wurde. Leider steht das Radio nicht mehr so gut im Lack und auch die Rückwand fehlte leider. Da es aber nicht allzu exotisch ist, wird sich sicher gut Ersatz beschaffen lassen.

Graetz Sinfonia 4R 422

Graetz Sinfonia 4R 422

Die Technik scheint komplett zu sein, nur der alte Lack verabschiedet sich so langsam vom Holz. Hier geht es nur mit einer kompletten Neulackierung weiter.

Graetz Sinfonia 4R 422

rissiger Lack

Aber das beste ist natürlich der Blick auf die „Trompeten“ – der Schallkompressor:

Graetz Sinfonia 4R 422

Schallkompressor der Graetz Sinfonia 4R

Es besteht aus einem permanent-dynamischen Druckkammerlautsprecher, der über die beiden Trompetenkanäle nach rechts und links geleitet wird. Ein einfaches billiges System mit einem großen Namen! Ich kann mir auch noch nicht vorstellen, das mich der Klang später einmal umhauen wird.

Graetz Sinfonia 4R 422

die Sinfonia von innen

Doch wie immer werde ich die Technik vor dem ersten Einschalten überholen.

Graetz Sinfonia 4R 422

Skalenglas der Graetz Sinfonia 4R

Technische Daten:

Produktionszeitraum: 1956/1957
7 Röhren: ECC85, ECH81, 2x EF89, EM34, EABC80, EL84
8 AM-Kreise + 13 FM-Kreise
4 Lautsprecher mit 5,5 W
Gehäusemaße: 68 x 40 x 31 cm

Hier der Schaltplan-Download als pdf.

Eine Antwort auf Trompetenkasten

  • Diogenes

    Na na na … !

    „Einfaches, billiges System….“

    Ich darf ja wohl bitten!

    Sooo billig ist es ja nun mal nicht, einen Druckkammerlautsprecher zu entwickeln und dann auch noch zu fertigen! Hinzu kommt die kostenintensive Konstruktion der „Trompeten“.

    Das war eine durchaus scharf durchdachte und teure Entwicklung.

    Die Abbildung der hohen Töne wurde mit diesem System in der Schärfe begrenzt, und gleichzeitig in ihrer Deutlichkeit erhöht.

    Durch die leichte akustische Verzögerung im Rohrsystem wurde erfolgreich der seinerseits intensiv angestrebte „3D-Effekt“ verbessert.

    Bei genauem Hinsehen fällt auf, daß es sich bei diesem System der Lautsprecherbestückung um ein e c h t e s „3-Wege-System“ handelt !

    Tief-Mitteltonbereich: ……. 2 x Tief-Mitteltöner
    Mittel-Hochtonbereich: …. 1 x Mittel-Hochtöner
    Hochtonbereich: ……………. 1 x Hochtonkompressor (!)

    Nicht zu vergessen ist auch die Schaltung der Endstufe. Durch eine besondere Wahl des AÜ und geschickter Nutzung des Triodensystems der EABC80 einschl. ausgefeilter Umgebungsschaltung der Vor- und Endstufe hat GRAETZ aus nur einer Endröhre EL84 immerhin eine tatsächlich verfügbare Nutzleistung von >5Watt (5-6 Watt) gewinnen können.

    Donnerwetter: GRAETZ hat’s wirklich gut gemacht. Auch wenn’s ’n bissel teuer war …

    So, Leute, und nun wieder ran an die Röhren !

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